Mrz 072011
 

Kaum eine Aktion hat in den letzten Monaten für so viel Aufsehen in der Fanszene gesorgt, wie die andauernden Antipathie-Bekundungen der Münchener Ultra/Fanszene gegen Manuel Neuer.

Seit der Eckfahne/Kahn-Immitation des Schalker Urgesteins in der Münchener Allianz-Arena 2009 und dem mehr oder weniger offenen Interesse der Bayern am Weltklasse Torhüter, ließen die Münchener Anhänger kein Zweifel daran, dass Neuer eine Persona non grata in der Münchener Schickeria sein wird. Vor allem, nachdem sich mit Thomas Kraft ein Jungspund aus dem eigenen Verein aufmacht, ein richtig guter Torhüter zu werden. Ein weiterer Höhepunkt waren die zahlreichen Plakate, Banner und Pfiffe gegen Neuer am Mittwoch im DFB-Pokal Halbfinale.

Die Frage, die sich mittlerweile alle stellen, ist die nach den Konsequenzen, die Neuer aus diesen Entwicklungen zieht. Auch die handelnden Entscheider beim FC Bayern nehmen die Bewegung contra Neuer mittlerweile sehr ernst. Nicht anders ist es zu verstehen, dass sich so ziemlich jeder Wichtigtuer aus München medienwirksam und persönlich bei Manuel Neuer entschuldigt hat. Hoeness und Co. merken gerade, dass die Entscheidung um den besten Keeper der Welt mittlerweile auf einer Ebene ausgetragen wird, die sie gar nicht mehr beeinflussen können. Denn nicht nur Geld und sportliche Perspektive sind bei einem potenziellen Wechsel wichtige Kriterien. Er wird sich als Kind der Nordkurve drei Mal überlegen, ob er sich bei einem Verein in den Kasten stellt, dessen Kurve ihm im wahrsten Sinne des Wortes im Nacken sitzt, gerade weil sich seine Geschichte “Aus der Kurve in den Kasten” auch immer wieder mit der Schalker Ultra-Bewegung kreuzt.

Sehr beunruhigend aus Schalker Sicht sind allerdings die Aussagen Neuers über die erneuten Anfeindungen aus der Fankurve der Münchener. Bei Möller und Metzelder hätte es zu Beginn auch Antipathie gegeben. Nun wären sie voll akzeptiert, behauptet der Nationaltorhüter. Doch hier irrt Neuer bzw. vergleicht Äpfel mit Birnen. Zum einen ist ein Christoph Metzelder vor allem bei der Ultra-Szene allerhöchstens geduldet. Man pfeift zwar nicht mehr, doch Akzeptanz sieht sicher anders aus. Zum anderen haben weder Möller noch Metzelder eine so lange und intensive Vergangenheit bei den Unaussprechlichen wie es Neuer auf Schalke hat.

Die Vergleiche von Neuer verwundern schon und lassen zumindest eine Tendenz bei Neuer erkennen, die wohl Richtung Süden zeigt. Dass Manuel Neuer den Verein zum Saisonende verlassen wird, steht für mich persönlich so gut wie fest. Die Leistungen seiner Mannschaftskollegen in den letzten Wochen muss einen Keeper seiner Klasse einfach abschrecken. Einen Vereinswechsel würde ihm der Großteil der königsblauen Fanbewegung sicher nicht übel nehmen, wenn es ihn nur nicht zur verhassten Konkurrenz aus München zieht, sondern auf eine Insel. Und sei es nur die iberische Halbinsel. Geld, sportliche Perspektive, Identität mit den eigenen Fans und dem Club. Wie viel Ultra steckt denn nun in Manuel Neuer?

 Posted by on 7. März 2011 at 07:30

  6 Responses to “Wie viel Ultra steckt in Neuer?”

  1. prof. dr. dr. schlaumeier olaf thon hat gestern in einem interview auf wdr 2 verkündet, dass m. n. seinen informationen zur folge bereits bei den bauern unterschrieben hat …

    http://www.youtube.com/watch?v=O0SuDvwLvtg

  2. keine ahnung. es war gestern mittag innerhalb der sportsendung liga live im wdr2 radio. olaf thon war telefonisch zugeschaltet und hat “großmännisch” diverse fragen beantwortet. die aussage zum thema neuer kam “unaufgefordert”, hier lag keine diesbzgl. frage seitens sven pistor (moderator) zu grunde.

  3. Tobi, dein leidenschaftlicher Ansatz in allen Ehren, aber Neuer hatte jetzt fast zwei Jahre lang Zeit, sich zu diesem Thema zu äußern. Dass er sich nicht geäußert hat, ist laut Definition von Paul Watzlawick (“„Man kann nicht nicht kommunizieren!“) eine eindeutige Aussage.

    • @Matthias: Worauf willst du hinaus?

      Neuer hat sich zu Möller und Metzelder geäußert. Zu keiner anderen Äußerung (oder nicht Äußerung) habe ich Stellung bezogen.

      Am Ende habe ich nur meine persönliche Tendenz formuliert.

  4. Dass Manuel Neuer zu Bayern München wechseln will, steht für mich fest. Aber es nunmal so, dass sein Vertrag bis 2012 läuft. Es besteht die Gefahr dass es übel wird, wenn es in Verhandlungen geht.

    Ja, natürlich hoffe ich auch auf ein unverschämt lukratives Angebot von Sir Alex, das Neuer den Mittelfinger gen München zeigen lässt. Aber die Welt ist schlecht.

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