Feb 062011
 

Spätestens am Freitag Abend dürfte allen aufmerksamen Schalkern eines aufgefallen sein: Das Team spielt ein falsches System. Seit Saisonbeginn spielen wir eine flache vier mit zwei offensiven Außen. Die heißen auf der linken Seite abwechselnd Jurado oder Edu. Am Freitag durfte sich auch Hao mal wieder probieren. Draxler und Deac hat man da auch schon rumkrebsen sehen. Bis auf Deac, der bisher nie eine echte Chance erhalten hat, ist keiner der genannten Spieler für diese Position gemacht. Auf der anderen Seite spielt Jefferson Farfan. Der beste Offensivspieler in unseren Reihen und nur auf den Außen zu Hause.

Das Problem: Wir spielen nicht über außen. Vor allem auf links funktioniert der Flügel überhaupt nicht. Zudem braucht man für ein erfolgreiches Flügelspiel auch dementsprechende Stürmer. Huntelaar erinnert von der Statur vielleicht an Kevin Kuranyi. Die Stürmertypen könnten unterschiedlicher kaum sein. Huntelaar ist ein Knipser, der den Ball in den Fuß braucht. Kuranyi braucht das Ding auf den Kopf. Zudem fehlt dem Team eine echte 10. Ein Spielmacher. Ein Spieler, der nicht nur den entscheidenden Pass spielt, sondern endlich die Lücke schließt, in der Raul schon seit Beginn dieser Saison auf verlorenem Posten steht. Natürlich geht dadurch defensive Stabilität verloren, weil die Doppelsechs gesprengt würde. Doch Stabilität haben Kluge und Partner in den letzten Spielen eh nicht ins Schalker Spiel gebracht.

Stattdessen tendiert das Schalker Offensivspiel immer weiter gegen Null. Gegen Hamburg, Hoffenheim und Dortmund, hat Schalke höchstens eine handvoll  Torchancen aus dem Spiel kreiert. Das ist 2. Liga Abstiegsplatz. Doch warum stellt Magath nicht auf seine eh bevorzugte Raute um? Ist der einzige Grund tatsächlich Jefferson Farfan? Er ist im Prinzip der einzige Spieler, der die Raute verhindert, denn sowohl als zweiter Stümer, als auch auf der rechten Halbposition, würde man seine Stärken beschneiden. Ein Abgang nach Wolfsburg wäre vielleicht ein neuer Anfang gewesen. Sicher ein gewagter, aber viel zu verlieren haben wir eh nicht. Hups. Doch. Die Erstligazugehörigkeit.

 Posted by on 6. Februar 2011 at 07:30

  6 Responses to “Eine Frage des Systems?”

  1. Stimme dir zu, es ist eine absolute Systemfragen. Magath sieht einfach nicht, dass das Spielermaterial nicht zum derzeitigen System passt. Ist mir ein Rätsel. Lösungsvorschlag:

    Flach spielen, Umstellung auf 4-2-3-1 um im MF mehr Anspielstationen zu schaffen, Abwehrkette muss tendenziell tiefer stehen:

    ———–Neuer———
    Uchi-Höwe-Metze-Schmitz
    ——Kluge—Annan——-
    Farfan—–Raul——Jurado
    ———–Hunter————

    oder

    Farfan—–Jurado—Deac/Draxler
    ———–Raul————

  2. @Henning:
    Was Du da aufgezeichnet hast, passiert jede Woche auf dem Platz, mit den bekannten Ergebnissen. Raúl weicht immer wieder nach hinten aus, dann hat’s eben diese Formation.

    Ich hatte ebenfalls Hoffungen in einen Wechsel Farfan nach Wolfsburg und Ochs nach Schalke gesetzt. Bei allem Respekt vor der individuellen Stärke des Herrn Farfan, sehr häufig sieht es gut aus, was der da rechts fabriziert, ist es aber doch uneffektiv für die Mannschaft.

  3. Ich glaube nicht, dass wir keine Spieler haben, die in der linken Offensive funktionieren. Ich glaube fest daran, dass ein ordentlicher Linksverteidiger das Problem lösen würde, da erst dann ein richtiges Offensivspiel stattfinden könnte. Aber irgendwie muss momentan jeder jedem helfen, und vernachlässigen sowohl Gegenspieler als auch Stellungsspiel. Vielleicht klappt ja gegen Valencia und Bayern wieder auf wundersame Art und Weise alles. Ganz ohne Systemumstellung.

    • Wir haben aber keinen Linksverteidiger, der das leisten kann. Pander ist zwar offensiv stark, hat aber defensiv genauso seine Schwächen wie Schmitz. In einer Raute könnten sich beide Spieler wunderbar ergänzen.

      Zu Holger und Torsten:
      Es ist ja gerade das Problem, das Raul immer wieder in diese Lücke muss. Er ist da schlichtweg verschenkt. Unsere Stürmer sind Strafraumstürmer. Die brauchen nen gut getimeten Pass und keine hohen Flanken. Selbst die bekommen sie ja zur Zeit nicht mal mehr.

  4. @ Herr Wieland
    Nein, eben nicht. Raul lässt sich zwar oft zurückfallen, aber das ist etwas anderes, als dauernd als Anspielstation präsent zu sein! Zudem passiert das oft erst, wenn sich 20-30 Minuten gezeigt hat, dass bei uns gar nichts geht. Und dann ist die entsprechende Verunsicherung der Mannschaft schon da! Zumal man bei der Schwäche von KJH im Moment sogar eher über die Variante
    Farfan—–Jurado—-Deac
    ————-–Raul————

    nachdenken sollte, die auch spielstärker ist, weil Raul auch Bälle halten kann.

  5. Was uns meiner Meinung nach aktuell am meisten abgeht, ist die Fähigkeit, Bälle zu halten und ein Spiel zu kontrollieren. Dies führt erst dazu, dass Angriffe ausschließlich über hohe Bälle geführt werden, obzwar das System dies natürlich in fataler Weise unterstützt…
    Daher könnte ich mir durchaus auch ein 4-2-3-1 vorstellen, in dem Raul links spielt:

    _______Kluge____Annan______
    _Farfan_____Jurado______Raul_
    _________Huntelaar_________

    Sicher ist er derzeit unser mit Abstand bester Stürmer und seine Torgefahr wäre so etwas eingeschränkt, aber die positiven Effekte würden womöglich überwiegen, denn er arbeitet ohnehin unglaublich viel und lässt sich ohnehin meist sehr weit zurückfallen.
    In einem 4-5-1 bedarf es keiner ganz klassischen Flügelspieler mehr und es scheint mir mit diesem taktischen Konzept absolut vereinbar, dass Raul – als Anti-Farfan – nicht den Weg über außen, sondern durch die Mitte suchen würde. Und die Möglichkeit mit Jurado zu rochieren, würde unser Spiel sehr variabel machen.
    Zuletzt schiene mir dieser Versuch vielversprechender, als Jurado auf dem Flügel zu parken, bzw. auf der Bank spielen zu lassen, bzw. Huntelaar auszuwechseln…

    Der Basis-Missstand bleibt natürlich dennoch virulent, denn zwei gesetzte Mittel- und ein gesetzter Flügelstürmer sind schlicht nicht mit einem Spielmacher vereinbar…

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