Jan 282011
 

Die TSG Hoffenheim ist zur Zeit so etwas wie der Möchtegern-FC-Hollywood der Liga. Zuerst der Zoff zwischen Mäzen Dietmar Hopp und Ralf Rangnick, welcher den Abgang des Cheftrainers zur Folge hatte. Dann wird Luiz Gustavo an die Bayern verkauft. Demba Ba findet das unfair und will ab sofort auch weg. Als Konsequenz erscheint er einfach nicht mehr zum Training. Stattdessen wird er nach missratenem Medizincheck bei Stoke City zu West Ham United ausgeliehen. Auf die eine Skandalnudel folgt die andere. Seit dieser Woche kickt Ryan Babel, holländischer Nationalspieler, für Hoffenheim. Der erste richtige “Promi”-Transfer im Ländle.

Und wem das noch nicht genug ist, der schaue sich die Bilanz der TSG in den letzten 10 Spielen an. Gerade mal zwei Siege konnte man einfahren. Einen davon gegen Schlusslicht Gladbach. Dazu das aus gestern im DFB-Pokal. Hoffenheim ist angezählt, aber sicher nicht ausgeknockt, wenn es am Samstag in der Arena gastiert.

Andreas Kuhmann hat schon bessere Zeiten mit der TSG erlebt. Der Blogger des TSG-Blogs 8zehn99.de spricht über die Skandälchen im Kraichgau, den Nachwuchs und wie die TSG die Region verändert hat:

Hallo Andreas. Erzähl uns ein wenig von dir und deiner Beziehung zu deinem Club.

Ja, was soll ich sagen…..28 Jahre alt, verheiratet, demnächst mit Kind und regelmäßiger Besucher in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim.

Hoffenheim hat in der Winterpause ziemlich viel Substanz verloren. Neben dem Trainer sind auch Luiz Gustavo und Demba Ba gegangen. Zudem gab Hopp bekannt, dass der Verein mehr auf eigenen Füßen stehen soll und er in Zukunft vielleicht nicht mehr so viel Kohle in den Verein steckt. Hast du Angst, dass Hoffenheim wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet?

Nein, das denke ich nicht. Dietmar Hopp denkt langfristig an die finanzielle Struktur des Vereins. Bereits 2006 hat er gesagt dass Hoffenheim mittelfristig auf den eigenen Füßen stehen muss. Er handelt nachhaltig. Die Chancen mit den Eduardo und Gustavo Transfers insg. 40 Mio € Transfererlöse zu erzielen bekommt man schließlich auch nicht jedes Jahr. Der Verein hat richtig gehandelt. Die Fans stehen voll dahinter. Nur die Medienlandschaft versucht immer wieder dagegen zu steuern.

Aus den letzten 10 Spielen hat Hoffenheim nur 2 Siege bzw. 11 Punkte geholt. Zudem seid ihr nicht unbedingt für starke Rückrunden bekannt. Was glaubst du, kann die Mannschaft in dieser Saison noch erreichen?

Hannover, Mainz und Freiburg werden in der Tabelle wieder nach unten wandern. Schalke, Bremen und Stuttgart werden wir am Ende im oberen Tabellendrittel wieder finden. Für uns ist ein einstelliger Tabellenplatz sowie das DFB-Pokalfinale drin ! (Anmerkung: Das Interview wurde vor dem DFB-Pokal-Spiel der Hoffenheimer verfasst!)

Mit Ralf Rangnick ist ein absoluter Fachmann gegangen worden. Er war neben Hopp das Gesicht, das mit dem Aufstieg des Clubs in Verbindung gebracht wurde. Wie schwer wiegt der Verlust und glaubst du, dass sich Marco Pezzaiuoli als Cheftrainer durchsetzen wird? Was hältst du von ihm?

Rangnick war der Architekt, er hat die Struktur mit aufgebaut und das die letzten 4,5 Jahre. Ein ungewöhnlich langer Zeitraum im Profifussball. Ralf Rangnick hat super Arbeit geleistet und dem Verein eine super Basis geschaffen. Es wächst einiges nach in Hoffenheim. Immerhin war unsere B-Jugend in 2008 bereits Deutscher Meister im U-Bereich. Die Jungs sind in 1-2 Jahren reif für die Bundesliga. Die U 23 spielt auch in ihrer ersten Regionalligasaison eine wichtige Rolle und hat sich im oberen Tabellendrittel festgesetzt.

“Pizza” hat eine Menge Fürsprecher. Der DFB wollte Ihn als “Sammer-Nachfolger”, Jogi Löw wollte ihn als Assistent. Das spricht für seine fachliche Kompetenz. Ob er so eine starke Persönlichkeit hat um so ein junges Team zu führen werden wir sehen. Ich persönlich hätte mir einen anderen Trainer gewünscht. Klinsmann oder Flick wären die richtigen für den Kraichgau gewesen.

Die TSG hat in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg hingelegt, der zunächst in der Herbstmeisterschaft 2008/2009 gipfelte. Hat sich das Leben im Kraichgau verändert, seitdem das “Projekt Hoffenheim” richtig Fahrt aufgenommen hat? Welchen Einfluss hat der Club auf die Region?

Das Leben hat sich für die Menschen enorm verändert. Durch den Fußball wurden viele Arbeitsplätze in der Hotellerie und Gastronomie geschaffen. Die Städte Sinsheim und Heidelberg profitieren vom Wochenendtourismus.
Die Jugendlichen der Region eifern den Fußballern nach. Sämtliche Amateurvereine profitieren von einem Mitgliederanstieg und steigenden Jugendspielern. Mit dem SV Sandhausen spielt derzeit ein weiteres Team der Region bereits in Liga 3.
Der Fußball hat durch Hoffenheim unsere Region und die Herzen der Menschen in der Metropolregion Rhein-Neckar erobert.

Übrigens mein Tipp fürs Wochenende: 1:1

Vielen Dank für das Interview. Wir geben uns mit einem Punkt aber nicht zufrieden, oder?

 Posted by on 28. Januar 2011 at 07:30

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