Jan 202011
 

Julian Draxler hat in dieser Woche einen Profivertrag beim FC Schalke unterschrieben. Beim Rückrundenauftakt gegen den HSV wurde er in der 83. Minute eingewechselt und avancierte damit zum jüngsten Profi der Clubgeseschichte.

Heute ist auf der Pressekonferenz vor der Begegnung gegen Hannover 96 zu hören, dass Draxler nun fest zum Profikader gehört und auch alle Trainingseinheiten absolviert, obwohl er Vormittags doch eigentlich die Schulbank drücken müsste.

Diese Maßnahme geschah wohl auf den ausdrücklichen Wunsch von Felix Magath. Mit den Worten “Die Schule ist nun erst mal zweitrangig.” schließt die Pressekonferenz.

Dass es anders geht, haben in den letzten Jahren Benedikt Höwedes und Joel Matip bewiesen, die von der engen Kooperation des FC Schalke mit der Gesamtschule Berger Feld profitierten.

Draxler geht ging in Gladbeck zur Schule und kann anscheinend nicht beides unter einen Hut bringen.

Sollten junge Spieler besser vor den Verführungen des Profi-Fußballs geschützt werden?

  • Ja, auf jeden Fall! Schulbildung ist immer noch wichtiger als das schnelle Geld. Es gibt auch noch ein Leben nach der Karriere. (13%, 10 Votes)
  • Hier sollten definitiv Regeln geschaffen werden. Die Verantwortung liegt bei der DFL bzw. bei der UEFA so etwas zu unterbinden. (20%, 15 Votes)
  • Nein. Der Spieler sollte dies mit seinen Eltern selbst entscheiden. Wenn er die Schule verlassen will, um Fußballer zu werden, dann soll er das machen. (41%, 31 Votes)
  • Grundsätzlich liegt die Entscheidung beim Fußballer und seinen Erziehungsberechtigten. Allerdings sollte der Trainer da kein Mitspracherecht haben. Magath gibt hier ein ganz schlechtes Bild ab. (26%, 20 Votes)

Antworten insgesamt: 76

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Ich kann mir vorstellen, dass hier viele verschiedene Meinungen aufeinander prallen. Ich bin auf eure Kommentare gespannt!

Update: Reinhard Schüssler greift in seinem Kommentar auf derWesten.de das Thema nochmal auf und findet, dass Magath hier ein schlechtes Zeichen setzt.

 Posted by on 20. Januar 2011 at 17:04

  9 Responses to “Spontan nachgefragt: Angriff statt Abi?”

  1. Sehe ehrlich gesagt nicht, dass er auf Magaths Empfehlung die Schule abgebrochen hat. Magath sagt zwar, dass die Schule erstmal zweitrangig sei, ob das aber auf Wunsch von ihm oder von Draxler und seinen Eltern geschieht geht aus der Pressekonferenz mE nicht hervor.
    Zum Thema: Wenn ich mit 17 Jahren die Wahl habe als Profi bei Schalke zu spielen oder erstmal das Abitur zu machen, würd ich wohl kaum auch nur eine Sekunde darüber nachdenken. Auch den Eltern kann man da keinen Vorwurf machen, denn selbst wenn es schief gehen sollte, kann man das Abitur immer noch über den zweiten Bildungsweg völlig unproblematisch nachholen. (Bin selbst nach der 10. erstmal paar Jahre arbeiten gegangen um dann mein Abitur mit 23 nachzuholen und danach zu studieren.)
    Wenn Magath das wirklich angeordnet haben sollte, ist das natürlich nicht richtig, die Entscheidung diese einmalige Chance zu nutzen kann ich jedoch komplett nachvollzeiehen.

    • Leider finde ich den Link zu dem Artikel nicht mehr, wo Magath entsprechend zitiert wird. Es war, meine ich, im Trainingslager, bzw. kurz danach, dass entsprechendes Zitat in der Zeitung stand.
      Falls ich es finde, reiche ich es nach.

  2. Magath sagte im Trainingslager – so habe ich es in Erinnerung – dass es nie zu früh sei, Fußballprofi zu werden, aber sehr oft zu spät. Und dann deutete er noch an, dass wenn Draxler jetzt Profi werden wolle, er seine schulischen Aktivitäten hinten anstellen und stattdessen beim Training erscheinen müsse. Natürlich hat er damit die Tendenz vorgegeben, aber er hat sicherlich nicht gesagt “Schmeiß’ die Schule, sonst fliegst du aus dem Verein!” Die Alternative für Draxler wäre die A-Jugend gewesen, in der sich das Training nach der Schule und – und nicht umgekehrt – richtet. Es war allein Draxlers Entscheidung und die von seinen Eltern.

    Ich sehe es so wie murdoch: Draxler hat jetzt die Chance und kann sie jetzt ergreifen. Also sollte er es auch tun. Meine Fresse – der Junge ist doch erst 17 und ein paar Monate alt. Da hatte ich noch knapp zwei Jahre Schulzeit vor mir (Abitur nach 13 Schuljahren, die heutige Generation spart da ja im Gegensatz zu uns alten Säcken schon einmal pauschal 12 Monate Lebenszeit ein). Außerdem ist das klassische Schul-Abi heute bei weitem nicht mehr der einzige Weg in die Unis, wenn man denn da überhaupt hin will.

    Ich finde es ohnehin drollig, wie sich die Vereine heute mit dem Feigenblatt Abitur schmücken. Da wird so getan, als sei den Clubs alles daran gelegen, dass ihre Nachwuchsspieler eine solide Ausbildung erhalten, dabei ist es letztendlich für die Vereine der bequemste Weg. Das Abi dauert heutzutage nur zwei Jahre. Eine Ausbildung schlägt i.d.R. mit drei Jahren ins Gewicht und ist zudem sowohl körperlich als auch zeitlich aufwändiger als der Schulbesuch. Oder man macht es so wie in den 80ern. Da waren irgendwie alle Bundesligaspieler in den Panini-Sonderheften Estrichleger oder etwas anderes am Bau. Nichts gegen das Bauhandwerk, aber mir kann niemand erzählen, dass die halbe Nationalmannschaft in Rohbauten ihre Lehrzeit verbracht hat. Das waren ganz offensichtlich Alibi-Ausbildungen in Kooperation mit irgendeinem Sponsor. Ein Feigenblatt, so wie heute das standardmäßige Abitur in mit den Vereinen kooperierenden Schulen.

    Zurück zu Draxler: Der Knabe müsste doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein, jetzt nicht alles auf den Fußball zu setzen. Ab seinem 18. Geburtstag ist er formell Profi und somit auch als solcher versichert. Selbst wenn er sich beide Beine brechen würde und nie wieder vor den Ball treten könnte, hatte er eine finanzielle Absicherung. Klappt es mit seinem Durchbruch, hat er bis 2014 bereits so viel Geld verdient wie ein normaler Arbeitnehmer ind 20 Berufsjahren – und danach winkt erst die richtig dicke Kohle. Und wenn es nichts wird? Dann setzt er sich eben mit dann knapp 20 Jahren nochmal auf die Schulbank, macht ‘ne Ausbildung oder sonst etwas. Kurzum es ist für Draxler ein 0-Risiko- und gleichzeitig ein 1000%-Chance-Spiel.

    Also meinen Segen hat er ;-)

    • Grundsätzlich sehe ich das auch so. Allerdings finde ich schon, dass Magath da nen schlechten Eindruck hinterlässt.
      Solche Aussagen lesen auch Schüler, die nicht mit so viel Talent gesegnet sind und den Sprung in den Profibereich nicht bzw. nie schaffen werden.
      Wenn dann ein Vorbild wie Magath sagt, dass Schule erstmal zweitrangig ist, dann ist das ein schlechtes Vorbild.
      Nicht jeder kann/will solche Aussagen reflektieren bzw. differenzieren. Das fängt ja schon beim Boulevard an.

  3. Übrigens werden durch G8 sicher keine Lebensjahre gespart, die haben wirklich ein hartes Programm und sind eigentlich an keinem nachmittag zuhause

  4. Genau das

  5. […] Draxler am Morgen nicht wieder die Schulbank drück, daran hat Magath maßgeblichen Anteil. Als die Entscheidung bekannt wurde, habe ich euch Leser gefragt, wie ihr über das Thema […]

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