Dez 162010
 

Die Ultra-Szene fordert die Rückkehr der Pyrotechnik in die Stadien der Fußball-Bundesliga. Auch die U-GE hat sich dieser Forderung angeschlossen. Und das ist gut so.
Bengalische Feuer sehen ja irgendwie cool aus. Ich selbst hatte noch nicht das Vergnügen, so ein Ding in der Hand abfackeln zu lassen. Doch auf so manchem Auswärtsspiel sieht man die Bengalos ab und zu und ich muss zugeben, dass die Dinger durchaus etwas hermachen. Doch sind bengalische Feuer nicht zu gefährlich? Jein, argumentieren die Ultras. Ja, wenn die Besitzer kriminalisiert und dazu gezwungen werden, die Dinger maskiert und geschützt von der Meute abzufackeln und entsprechend schnell und unsicher wieder loswerden müssen. Nein, wenn das ganze kontrolliert und in gesichertem Rahmen abläuft. Erst letzte Saison sorgten mehrere Vorfälle, vor allem beim Auswärtsspiel der Nürnberger in Bochum, wo acht Menschen durch geschmuggeltes Magnesiumpulver verletzt wurden, für aufsehen.

Quelle: http://pyrotechniklegalisieren.blogsport.de/

Quelle: http://pyrotechniklegalisieren.blogsport.de/

Die Ultras fordern Eigenverantwortung. Und dass man diese Verantwortung ernst nimmt, sieht man jedes Wochenende in den Kurven der Bundesliga. Denn durch die Absprachen der verschiedensten Fangruppen mit Polizei und Stadionbetreibern, wurden immer mehr Räume für die Fans geschaffen, die maßgeblich für die Stimmung in den Stadien verantwortlich sind.
Es ist nicht zielführend, wenn ca. 20 Personen im Gästeblock einen Megaphon in der Hand haben, um den nächsten Anfeuerungsruf anzustimmen. Deswegen gibt es ein bis zwei Personen, die vorher bestimmt werden und somit die Verantwortung haben. Schließlich kann so ein Teil ja gerne auch mal als Waffe benutzt werden.
Ähnlich könnte es mit den bengalischen Feuern laufen. Es werden pro Spiel und Verein eine bestimmte Anzahl an Pyros ausgegeben. Und zwar durch den gastgebenden Verein innerhalb des Stadions. Und nur an Personen, die vorher in Absprache mit den Fangruppen,Polizei und dem Stadionbetreiber bestimmt wurden. Diese müssen entsprechenden Wisch vorzeigen, damit sie die, von mir aus auch gekennzeichneten, Pyros erhalten. In jeder Kurve sollten dann bestimmte Bereiche abgesprochen werden, wo die Pyros abgefackelt werden dürfen und entsprechende Vorkehrungen zur sicheren Entsorgung vorhanden sein müsseen.

Bei Missbrauch und da bin ich mir sicher, wird es eine Selbstregulierung in der Gruppe geben. Verhält sich der Verantwortliche falsch, wird er ein Stadion so schnell nicht mehr von innen sehen. Da hätten die Stadionbetreiber und die DFL leichtes Spiel. Verhalten sich Anhänger in der Kurve falsch, wird die Gruppe der Verantwortlichen, die Ultras, dafür sorgen, dass die Strafe nicht auf den Pyro-Verantwortlichen, sondern auf den tatsächlichen Täter abgewälzt wird.
Ich bin mir sicher, dass der Rest der Kurve, die 3 Minuten Sichteinschränkung durch Rauchentwicklung akzeptieren würde, um auch der Mannschaft ein besonderes Gefühl der Leidenschaft auf den Rängen zu vermitteln. Für den Rest der sitzenden Meute ist es so oder so ein Spektakel, das der Entscheidungfindung für einen weiteren Stadionbesuch eher positiv zutragen würde.

Keiner will Bengalos auf den Rasen oder in voll besetzte Blöcke fliegen sehen. Nicht in Deutschland. Zumindest nicht in den Bundesligen. Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden. Man muss ausprobieren und aufeinander zugehen, um eine besondere Stimmung in besonderen Situationen des Spiels zu schaffen.

Pro Bengalos in der Nordkurve!

http://pyrotechniklegalisieren.blogsport.de/kampagne/

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P.S.: Ich bin kein Ultra. Ich bin Ultra Sympathisant.

 Posted by on 16. Dezember 2010 at 07:30

  One Response to “Alles Bengalo oder was?”

  1. Sehr differenzierte Sichtweise der Dinge. Finde ich gut! Und auch Deiner Argumentation kann man sich nicht verschließen, wenn man das nicht eben ohnehin will. Die Sicherheitsbedenken werden aber sicherlich überwiegen.

    Denn wer schon für Trikotausziehen beim Jubeln etc. gelb zeigt, wieso sollte der Bengalos – und somit Stimmung und Emotionen – im Stadion wollen? ;-) oder doch eher :-(

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