Okt 292010
 

Jermaine Jones wird morgen gegen Bayer Leverkusen nicht auflaufen. Als Ersatz steht ein Spieler bereit, der in den letzten Monaten zu meinem Lieblingsspieler beim S04 avanciert ist.

Christoph Moritz, zarte 20 Jahre alt und in der letzten Saison einer der “Shooting-Stars” beim FC Schalke. Das hört sich nach Glamour, Medienauftritten und spektakulären Leistungen auf dem Platz an. Das ist aber nicht Christoph Moritz. Seine Spielweise ist eher unaufgeregt. Auf und neben dem Platz. Er kann den sicheren Pass, reißt Kilometer ab und haut auch ab und zu schon mal drauf. Moritz ist aber auch ein kleines Zaubermäusken. Wer sein Spiel verfolgt, der sieht immer wieder kleine Kabinettstückchen, mit denen er sich aus schwierigen Spielsituationen befreit. Auch wenn dieser Vergleich völlig daneben ist: So hat es Zidane mit seinen Tricks auch immer gehalten: Nur schön, wenn auch effektiv.

Schalke weiß viele Talente in seinen Reihen. Neben den verliehenen Spielern Jan Movarek und Lewis Holtby, spielen auch Joel Matip und Lukas Schmitz wieder eine Rolle im Team von Felix Magath. Mit Papadopoulos ist ein neues Talent hinzu gekommen. Vor der Saison wurde befürchtet, dass diese aufgrund der Neuzugänge im Team weniger Einsatzzeiten bekommen. Dem ist offenbar nicht so. Alle vier spielen mehr oder weniger regelmäßig. Matip hatte lange die Nase vorn und wurde von Magath auf der 6 bevorzugt eingesetzt. Da musste sogar ein Jermaine Jones mal auf rechts weichen. In Lukas Schmitz sieht Magath derzeit die beste Alternative auf der linken Verteidigerposition, auch wenn Schmitz die Position in der letzten Saison besser gespielt hat und schon den ein oder anderen Wackler fabriziert hat.

Moritz wird bisher die Rolle zuteil, die Heiko Westermann in der letzten Saison inne hatte. Er ist Springer. Das Experiment rechter Verteidiger musste Magath dabei schon gegen Lyon aufgeben. Seitdem agierte er sowohl im defensiven Mittelfeld, als auch auf beiden Halbpositionen. Zum Ende des Spiels gegen Frankfurt, spielte er sogar linker Verteidiger, wenn Schmitz aufrückte. Für mich hat Moritz, von allen jungen Wilden im Team, das meiste Potenzial.

Gegen Leverkusen hat er erneut die Chance, sich in der ersten Elf festzuspielen. Mach et, Mäusken!

 Posted by on 29. Oktober 2010 at 10:38

  12 Responses to “Mach et, Mäusken!”

  1. Sehe ich auch so, seine Spielintelligenz auch auf engem Raum finde ich stark. Und: Moritz ist trotz der unglücklichen Leistung in Lyon nicht in ein Loch wie Matip und Schmitz gefallen.

    • Er konnte aber leider auch bisher nicht zu sehr auf sich aufmerksam machen. Trotzdem glaube ich, dass Magath weiß, was er an ihm hat.
      Hoffe, er schafft dieses Jahr seinen richtigen Durchbruch.

  2. Ist auf jeden Fall kein einfaches Jahr, der Druck wird ja nicht weniger und die Frage ist, wer im zentralen Mittelfeld überhaupt Verantwortung übernehmen kann (und, falls jemand den Namen Jones nennt, spielerisch dazu fähig ist). Moritz ist dafür zu jung, Kluge tingelt zwischen Platz und Bank, Matip ist zu jung und spielt zu körperlos, Jurado hat genug mit seiner Integration zu tun, Rakitic kann vielleicht Elfmeter schießen, scheint aber weit davon entfernt, jenseits davon auch nur ansatzweise in einer Führungsrolle hineinzuwachsen.

    • Diesen Führungsspieler hatten wir in der letzten Saison im Mittelfeld aber auch nicht und es hat trotzdem geklappt. Auch wenn Westermann teilweise im Mittelfeld agiert hat, war er (in meinen Augen) kein richtiger Führungsspieler. Dafür waren eine Leistungen einfach zu unkonstant.
      Das mit dem Druck sehe ich ähnlich. Trotzdem finde ich den Schachzug von Magath richtig, jetzt die Zügel anzuziehen und Ausreden nicht mehr gelten zu lassen. Ein ähnliches Signal muss es auch von den Fans geben, sollten die nächsten Spiele nicht gewonnen werden.
      Stichwort: 19:04 Minuten!

      • Hallo Tobi,
        Christoph Moritz ist ein Spieler, den ich beim besten Willen auf die Dauer nicht unter den ersten Elf sehe, auch wenn man nie weiß, wie sich ein junger Spieler weiter entwickelt. Da sind zu viel vor ihm und sein Potenzial reicht einfach nicht aus. Er spielt sachlich, unaufgeregt, solide – aber mehr nicht. Er bleibt für mich – gerade, wenn man bedenkt, wer noch alles wieder zurückkommt – Ergänzungsspieler. Ein Holtby, ein Moravek, ein Matip haben alle die Anlagen eine richtig große Karriere zu machen, was nicht so kommen muß, aber bei Moritz kann ich aktuell nur erkennen, dass er solide seinen Stiefel runterspielt. Das ist für einen 20-jährigen durchaus schon eine Menge wert, keine Frage, insofern darf man zufrieden sein mit ihm. Arbeiter braucht jede Truppe, diesen Job kann er machen, auch wenn seine Leistungen teils noch sehr schwanken. Der Schuß Genialität, den andere Spieler mitbringen, fehlt ihm aus meiner Sicht aber. Das ist Anlage, Talent, Fußballer-Genetik :-) wie auch immer man das nennen will und nicht sein Fehler. Er müßte noch viel körperlicher und kompromissloser agieren, wenn er als Lastenträger dauerhafter unersetzbar werden will. Das kann ja noch kommen.

        Wenn man als Fan der Mannschaft jetzt die unzureichenden Leistungen mit Pfiffen oder Boykott bestraft, dann wird dies nicht zu besseren Leistungen führen. Die Mannschaft will, aber kann nicht, das abrufen, was sie zu leisten im Stande ist. Das ist ein Kopfproblem, so blöd das auch klingt. In der Champions League sieht man, was möglich ist, aber in der Liga ist die Mannschaft mit der Erwartungshaltung und dem Druck überfordert. Nun auf sie “einzuprügeln” würde nichts besser machen. Es tut teils körperlich weh die Spiele zu sehen, aber ganz langsam wird es besser. Wir haben zweimal in Folge, die ersten beiden Male überhaupt, national zu null gespielt, Metze ist stabil, Jurado und Raul zeigen ab und an, was in ihnen an Offensivpotenzial steckt und was die Mannschaft braucht sind einfach mal 2-3 Siege in der Liga und dann erleben wir eine ganz andere Truppe. Kommen die Siege, gerade weil wir nun gegen Angstgegner ran müssen nicht, werden wir eine weitere Negativspirale nach unten erleben. Mein Ratschlag deshalb: Einfach mal gegen Lev einen Heimsieg holen und dann international und national nachlegen. :-)
        Das schreibe ich, auch wenn ich vom gemeinsamen Frankfurt-Ausflug mit Entchen Yves und dem Spiel über alle Maßen angepisst war und selten so entsetzt war über eine 2. HZ. Aber – Punkt geholt, im Pokal weiter….momentan zählen gegen die Verunsicherung nur Ergebnisse, Ergebnisse und Ergebnisse. Der Rest stellt sich dann von selbst ein.

        • Danke für deinen Beitrag, GenSek.
          Bei Moritz bin ich anderer Meinung. Er spielt zwar nicht so spektakulär. Das macht aber z.B. ein Frings auch nicht.

          Zum Druck: Gekuschelt wurde genug. Ich würde ja auch nicht heute auf die Barrikaden gehen, aber wenn es spätestens gegen Pauli keine Leistungs- und Ergebnissteigerung gibt, dann muss auch von den Rängen endlich eine Reaktion kommen.

  3. […] dem Fernseher auf dem Weg in die Kurve mit. Dabei habe ich mich so darauf gefreut. Dafür spielt Mäusken Moritz. Immerhin! Schalke spielt von Beginn an nach vorne. Kaum Fehlpässe. Ein deutlich erhöhtes Tempo […]

  4. […] Spiel ändert sich mit der Einwechslung von Mäusken Moritz. “The Mask” rannte, kämpfte und setzte Akzente. Er riss die Mannschaft mit und verhalf […]

  5. […] Mäusken hat es endlich geschafft. Herzlichen Glückwunsch! Er hat in Wolfsburg nach seiner Einwechslung die […]

  6. […] Dass ich das noch erleben darf. 2 meiner 3 Lieblingsknappen sind wieder auf dem Trainingsplatz. Datt Mäusken wird wohl noch ein bisschen ausfallen, an die Leidenszeit eines Levan Kenia und vor allem eines […]

  7. […] dem ist es sicher nicht entgangen: Moritz ist einer meiner Lieblingsspieler. Warum? Das kann man hier nochmal nachlesen. In einem Satz ist es die Mischung aus Abgeklärtheit, Spielverständnis und […]

  8. […] fangen wir vorne an: Schalke mit dem gleichen Team wie beim Sieg in Leverkusen. Mainz mit Mäusken Moritz, der in diesem Spiel das Herz der Mainzer Mannschaft und an unzähligen Aktionen beteiligt war. Das […]

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