Okt 092010
 

Die deutsche Nationalmannschaft blamiert die Türken und schickt sie mit 3:0 nach Hause. Die große Özil-Show blieb dabei aus, doch trotzdem wusste man eigentlich immer, wann der Spielmacher am Ball war. Dann gab es nämlich immer ein nicht zu überhörendes Pfeifkonzert der gut 40.000 türkischen Fans im Berliner Olympiastadion.

Deutschland hat die Türkei mit einer sehr gut funktionierenden Mannschaft besiegt, bei der eigentlich niemand so wirklich heraus stach. Auffällig waren in jedem Fall die drei Spieler, die für das 1:0 verantwortlich waren. Zumindest, wenn man sie an ihren derzeitigen Leistungen auf Vereinsebene misst. Lahm, Müller und Klose haben die Mannschaft geführt, wobei mir vor allem Müller mal wieder richtig gut gefallen hat. Ich bin Fan, das muss ich ganz offen gestehen. Müller ist immer dort, wo es brennt. Hat keine Angst, genau dort hinzugehen und schafft es meist, aus solchen Situationen als Sieger hervor zu gehen.

Der einzige aktuelle Schalker verlebte einen relativ ruhigen Abend. Manuel Neuer stand eigentlich nur bei zwei Aktionen im Mittelpunkt. Zunächst fällte er bei einer Freistoßflanke Mitte der ersten Halbzeit gleich zwei Türken, wobei Servet Cetin und sein Riechkolben sich wohl noch etwas länger an Neuers Unterarm erinnern werden.

Auch in der zweiten Halbzeit wurde es nur einmal gefährlich vor dem deutschen Tor. Halil, der eindeutig schwächere der beiden Altintop-Zwillinge, scheiterte an einem dieser unglaublichen Fußreflexe Neuers. Da frag ich mich gerade: Was macht eigentlich Rene Adler?

Etwas stolz hat es mich gemacht, dass mit Neuer, Özil und den Altintop-Zwillingen, gleich vier gebürtige Gelsenkirchener auf dem Platz standen. Halil enttäuschte und war nur bei oben beschriebener Aktion gefährlich. Hamit hingegen zeigte, dass er mittlerweile Verantwortung übernehmen kann. Wenn die Türkei gefährlich wurde, dann war meist Hamit der Ideengeber, Vorbereiter oder Alleinunterhalter.

Und Özil? Der Mann auf den sie an diesem Abend alle geschaut haben? Er machte ein unauffälliges Spiel. Hatte in der ersten Halbzeit eine gute Chance, vergab aber zu hastig. In der zweiten Halbzeit wollte er mehr und machte nach guter Vorarbeit von Lahm ganz überlegt das 2:0. Der Jubel viel, und das ist nur zu verständlich, allerdings sehr verfairhalten aus. Das 3:0 durch Klose entstand wieder durch einen dieser vielen Patzer der türkischen Hintermannschaft. Diesmal war es Volkan, Schalker erinnern sich mit einem Lächeln, der den Ball her schenkte und den Ball dann auch noch, sozusagen als Höchststrafe, durch die Beine geschoben wird.

Weiter geht es am Dienstag gegen Kasachstan. Özil ist für dieses Spiel fraglich, obwohl ich auch nicht glaube, dass man ihn dort zwingend für einen Sieg benötigen wird.

 Posted by on 9. Oktober 2010 at 15:14

  One Response to “Fairhaltener Özil”

  1. Etwas stolz hat es mich gemacht, dass mit Neuer, Özil und den Altintop-Zwillingen, gleich vier gebürtige Gelsenkirchener auf dem Platz standen.

    Habe das Spiel nicht sehen können, lediglich eine Zusammenfassung. Aber gerade das o.g. machte mich als Gelsenkirchener irgendwie auch ein bißchen Stolz… :-)

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