Sep 202010
 

Blankes Entsetzen in der Veltins-Arena zu Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 kassiert die fünfte Pflichtspielniederlage in Folge und das ausgerechnet gegen den Reviernachbarn aus Dortmund. Ich habe das weite Rund auf dem Berger Feld noch nie so totenstill erlebt. Auch nicht zu den dunklen Zeiten des Fred R. Lediglich die dann doch zahlreich mitgereisten Dortmund-Fans durften zurecht jubeln. Denen war das Spiel dann wohl doch nen Zwanni wert. Die BvB-Elf war in allen Belangen überlegen und man hatte den Eindruck, dass sie nicht einmal alles geben mussten, um eine völlig verunsicherte Magath-Elf vorzuführen. Derby-Feeling kam in der Arena eigentlich nie auf, weil Schalke nicht konnte und Dortmund nicht musste.

Ein ausgeglichenes Spiel war es vielleicht in den ersten 5 Minuten der zweiten Hälfte. Davor und danach glänzte Dortmund mit agressivem Pressing, guter Raumaufteilung und zielstrebigem Angriffsfußball. Von Schalke sah man lediglich Fehlpässe, ein riesiges Loch im Mittelfeld, einen Stellungsfehler nach dem anderen und vor allem: Verunsicherung.

Nur Manuel Neuer konnte Normalform erreichen. Kampf und Einsatz sah man noch bei Jefferson Farfan, der, meist gedoppelt, wenigstens ansatzweise zeigte, dass er wusste worum es ginge.

Neben den vielen ungelösten Fragen rund um die Verfassung des Teams, kann ich die Nichtberücksichtigung von Jurado nicht nachvollziehen. Das Mittelfeld fand in der ersten Halbzeit praktisch nicht statt. Kluge, als Zerstörer ab und an erfolgreich, war meist die erste und einzige Anspielstation, wenn es aus der eigenen Abwehr kontrolliert nach vorne gehen sollte. Rakitic ist nur noch ein Schatten seiner selbsts. Auf einen neuen Vertrag bei Schalke braucht er in dieser Form nicht zu hoffen. Deac spielte bemüht. Mehr kam nicht. Raul und Huntelaar hingen in der Luft. Zumindest Raul scheint verstanden zu haben, dass man sich zumindest die Hacken wund läuft, wenn es spielerisch schon nicht klappt. Besser machte das seine Leistung auch nicht.

Schalke steht nun am Ende der Tabelle und das nicht einmal zu Unrecht. Während man sich gestern Abend beim Bier an der Tanke noch zuversichtlich gab und ein baldiges Ende der Misere herbei reden wollte, sehe ich schwarz für diese Mannschaft. Man steht nun mindestens die nächsten sechs bis acht Spieltage da unten drin und nur Peer Kluge, der nicht mal Stammspieler ist, weiß was ein Abstiegsgespenst ist. Er kennt die Situationen aus seinen Stationen Nürnberg und Gladbach. Der Rest der Truppe kommt entweder aus dem Jugendbereich, oder aus Topclubs in ihren jeweiligen Ligen, die den Tabellenkeller nicht kennen. Eine gefährliche Mischung. Frag mal die Hertha aus Berlin…

P.S.: Kommentieren erlaubt :)

 Posted by on 20. September 2010 at 10:07

  2 Responses to “Die Schmach von Gelsenkirchen”

  1. […] reagierte nach der Schmach von Gelsenkirchen und änderte das System. Dabei gab Jurado sein Startelf-Debüt. Weichen musste etwas überraschend […]

  2. […] Verstärkung wurde Deac nicht. Ganze zwei Bundesligaspiele durfte Deac absolvieren. Bei der Schmach von Gelsenkirchen ging er ebenso unter wie beim lustlosen Auftritt gegen Hoffenheim und wurde jeweils nach 45 Minuten […]

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