Archive for Februar, 2010

Schalke mit mehr Herz zum Derbysieg

Sonntag, Februar 28th, 2010

45 Minuten lang war es ein Derby, das eigentlich alles hatte. Strittige Szenen, einen Elfmeter, eine schwere Verletzung, ein Traumtor, einen Derbyhelden und Gerald Asamoah. So gut die zweite Halbzeit war, so zerfahren war die erste Halbzeit.

Beiden Teams merkte man an, dass hier nicht nur drei Punkte auf dem Spiel standen. Man wollte zunächst gut stehen und keine Chancen zulassen. So wurde es hektisch und Torchancen entstanden meist nur durch individuelle Fehler. Dort tat sich gerade Rafinha hervor, der in der ersten Halbzeit etwas neben sich stand und Kevin Großkreuz die Chance bot, sein erstes Derbytor zu erzielen. Doch so groß die Medienkompetenz des Dortmunders ist, so stark war sein Spiel am Freitag Abend. Gesehen hat man ihn eigentlich nur bei mehr als harmlosen Schüsschen und sich auf dem Boden windend. Sehr viel mehr hatte ich auch nicht erwartet.

Doch weiter mit wichtigeren Dingen. Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. Ausgerechnet Ivan Rakitic, der in der ersten Halbzeit als einziger Spieler nicht von der Nervosität seiner Mit- und Gegenspieler anstecken ließ und im Mittelfeld für Ordnung sorgte, unterlief ein Blackout und trat Valdez auf den Fuß. Im Stadion war das freilich nicht zu sehen. Eine bestätigende SMS vom Fußballgott und die später gesichteten TV-Bilder ließen allerdings keinen Zweifel. 0:1 durch Sahin. Nicht verdient aber auch überhaupt nicht unverdient. Endlich, endlich schaltete dann nicht nur die Schalker Elf einen Gang hoch. Auch das Publikum, bis dahin nur partiell derbytauglich, wachte endlich auf und trieb die Königsblauen nach vorne.

Belohnt wurde der Einsatz in der 66. Minute. Um die Entstehung zu beschreiben, muss man eigentlich nur die Berichte von den Spielen gegen Frankfurt, Bayern oder zuletzt gegen die Kölner durchlesen und den jeweiligen Torschützen eintragen:

Pander-Flanke Schmitz, Kopfball (dieses mal) Höwedes, Tor!

Es ist wirklich erstaunlich, wie präzise diser Schmitz die Freistoßflanken aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum bringt. Verdient war der Ausgleich zu diesem Zeitpunkt in jedem Fall, denn der BvB zog sich weit zurück und brachte bis zum Ende des Spiels nur noch wenig bis gar nichts zu Stande.

Die von den Medienvertretern am meisten diskutierte Szene des Spiels findet in der 71. Minute statt. Kuranyi hat das Laufduell gegen Hummels eigentlich schon verloren. Weidenfeller schien dem Braten allerdings nicht zu trauen und machte sich auf, den Ball wegzufausten. Kuranyi schubst den Innenverteidiger bevor dieser in der Faust des überhektischen Weidenfellers rennt.

Als kritischer Fan muss ich meinen Senf natürlich auch noch dazugeben. Sicher war das ein Faul von Kuranyi. Auch eine gelb-rote Karte wäre meiner Meinung nach hart, aber vertretbar gewesen. Die Verletzung von Matz Hummels nimmt allerdings nicht Kuranyi, sondern Weidenfeller in Kauf. Hummels hatte die Situation eigentlich voll im Griff. Er hatte mindestens einen Meter Vorsprung vor Kuranyi. Ein kontrollierter Kopfball in die arme von Weidenfeller und Hummels müsste heute keine Astronautenkost schlürfen. Stattdessen rennt Weidenfeller ohne Rücksicht auf Verluste in die Szene. Wie man es richtig macht, zeigte Neuer in der Partie in gleich zwei Situationen, in denen er ähnliche Bälle souverän und selbst mit dem Kopf klärt.

Die eigentliche Szene des Spiels gehörte allerdings dem Mann des Spiels: Mit unglaublich viel Gefühl und mit einer erstklassigen Schusstechnik entscheidet Rakitic dieses Derby für die - nun auch statistisch - wahre Nummer 1 im Pott.

Der Rest ist nur noch Freude pur. Die Arena war auch noch Minuten nach dem Anpfiff zu mindestens 95 Prozent gefüllt und feierte eine kämpferisch wiedermal starke Leistung der Mannschaft. Spielerisch war das, mal wieder, keine Offenbarung. Seit Felix Magath ist das allerdings alles kein Problem mehr. Spielerisch schlecht, aber erfolgreich waren wir auch schon unter Mirko Slomka. Den Unterschied macht die Leidenschaft, die damals wohl auch da war, allerdings nicht zu spüren war. Das ist heuer mal ganz anders. Die Mannschaft schafft es mittlerweile sogar das schwächelnde Publikum zu Höchstleistungen zu treiben. Dafür hat sie meinen vollsten Respekt.

Wo geht die Reise hin? Europa-League? Champions League Qualifikation oder sogar mehr? Klare Aussagen kann man da noch nicht machen. Dafür ist das Polster bzw. der Rückstand auf die Konkurenten bei noch 30 zu vergebenden Punkten einfach nicht groß genug. Sollte sich die Tabellensituation Anfang April, nach dem Bundesligaspiel gegen den FC Bayern allerdings ähnlich aussehen, dann kann es eigentlich nur eine Devise geben: ATTACKE!!!

Doch bis dahin fließt noch jede Menge Rheinwasser in die U-Bahn-Stationen Kölns….

Derby Zeit ist Sprüche Zeit

Donnerstag, Februar 25th, 2010

S04 vs. BvB

S04 vs. BvB

Wölfe beißen zu fest

Montag, Februar 22nd, 2010

Der FC Schalke 04 schlich am Sonntag Abend nach langer Zeit mal wieder ohne Punkte und somit als Verlierer vom Platz. Dabei war die Niederlage gegen den VfL Wolfsburg nicht gerade unverdient.

Schon zu Beginn der Partie erspielten sich die Wölfe Feldvorteile und zahlreiche gute Tormöglichkeiten. Nur die Querlatte, eine Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns und ein überragender Manuel Neuer hielten die Wölfe von der verdienten Führung ab.

Schalke antwortete auf die Angriffe des amtierenden Meisters, wie sie es schon die ganze Saison tun: Sie erspielten sich eine gute Torchance (vorzugsweise eine Standardsituation) und Kuranyi macht das Dingen. So auch in der 30. Minute. Eckballflanke Rakitic, Kopfball Kuranyi, Tor. Extraklasse dabei der Kopfball von Kuranyi.

Doch wie schon vor ein paar Tagen beschrieben, reichen knappe Vorsprünge gegen Kaliber wie den VfL Wolfsburg nicht mehr aus. Vor allem nicht, wenn der Gegner einen Sturm besitzt, der die Marke „Extra-Klasse“ verdient. Dass es der VfL nicht nur reihenweise Chancen erspielen kann, sondern diese dann auch zu nutzen weiß, bewiesen die Wölfe ab der 70. Minute. Nach schlechtem Stellungsspiel der Abehrreihe und dem einzigen und leider entscheidenden Fehler von Manuel Neuer, traf Grafite zum Ausgleich. Schade, denn bis dahin hat Neuer Weltklasse gehalten. Minuten später kam Wolfsburg wieder über die anfällige rechte Abwehrseite der Blauen und erneut war es Grafite, der ganz in Torjägermanier aus vollem Lauf traf.

Magath hat für den gesperrten Rafinha überraschender Weise den Chinesen Hao Junmin auf die freie Stelle auf der rechten Abwehrseite gesetzt. Dass dieser vor allem Defensiv noch nicht in der Bundesliga angekommen war, hatten die Wolfsburger sehr schnell erkannt. Beide Tore, sowie die meisten weiteren Chancen wurden über seine Seite initiiert. Nicht nur hinten fehlte Rafinha. Auch in der Offensive blieb die rechte Seite meist harmlos. Dass das Duo Rafinha/Farfan für das Derby am Freitag (voraussichtlich) wieder spielt, stimmt mich zuversichtlich.

Die Mannschaft muss nun Moral beweisen und die verlorenen Punkte möglichst schon am Freitag gegen den Ruhrrivalen einfahren. Ich kann es kaum erwarten. Freitag wird’s durch den Sieg der Borussen ein richtig heißes Derby.

Zurück in die Vergangenheit

Donnerstag, Februar 18th, 2010

Nein, das wird nicht der X-te Text zum Thema “Felix Magath kehrt zurück an die alte Wirkungsstätte”. Trotzdem hat dieser Post natürlich mit unserem nächsten Gegner zu tun.

Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass es am Sonntag gegen den amtierenden Deutschen Meister geht. Dass der Titelgewinn in der letzten Saison nicht den überragenden Fähigkeiten des Wolfsburger Kaders zuzuschreiben ist, sondern einer geschlossenen Teamleistung, eingestellt vom besten Trainer Deutschlands, ist mittlerweile nicht mehr zu übersehen. Vom VfL Wolfsburg der Rückrunde 2009 ist so gut wie nichts mehr übrig.

Aber nicht nur auf dem Platz merkt man, dass der Verein immer noch “nur” Mittelklasse ist. Nachdem Magath den Wölfen den Rücken gekehrt hat, hat man mit Armin Veh einen Verantwortlichen gefunden, der in die Rolle von Magath reinwachsen sollte und musste. In meinen Augen hat Veh seinen Job auch gar nicht so schlecht gemacht. Niemand konnte erwarten, dass Wolfsburg seinen Powerfußball aus der vorherigen Saison ungehindert fortsetzt.  Sicher waren die Leistungen des Teams unter Veh unkonstant und teilweise auch uninspiriert. Die Konzernleitung hat sich allerdings von der Übersaison blenden lassen und sah den Werksklub schon Nahe des großen FC Bayern. Der VfL war und ist aber eigentlich ein Verein, der um das internationale Geschäft kämpfen müsste. Selbst Magath hat immer wieder gesagt, dass dieser Erfolg ja eigentlich zu früh komme und die Mannschaft weit über ihren Möglichkeiten spielte. Niemand im Verein scheint auf ihn gehört zu haben.

Jetzt ist es Mitte Februar. Wolfsburg kam im letzten Jahr um diese Zeit gerade so richtig in Fahrt und schickte sich an, den FC Bayern und Hertha BSC Berlin (!) an der Tabellenspitze auf die Pelle zu rücken. Wolfsburg zündete ein Offensivfeuerwerk nach dem anderen. Der Stil der Wölfe galt als modern.

Heute, ein Jahr später, ist davon so gut wie gar nichts übrig geblieben. Veh und die Idee des Trainermanagers sind Geschichte. Stattdessen stehen nun ein gewisser Dieter Hoeness (57 Jahre) und Lorenz-Günther Köstner (58 Jahre) in der Verantwortung. Antiquierter kann eine sportliche Leitung nicht rüberkommen. Es wirkt, als wäre der VfL in seiner Entwicklung 10 Schritte rückwärts gelaufen und das nur, weil man nicht akzeptieren wollte, dass ein oder zwei Schritte einfach nicht zu vermeiden waren.

Duell im Mittelfeld

Dienstag, Februar 16th, 2010

Die Offensive auf Schalke ist nicht die Beste. Man stelle sich das auch mal vor. Würde das Schalker Spiel nach vorne bei konstant guten Defensivleistungen ebenfalls in Fahrt kommen, dann gäbe es am Berger Feld kein Halten mehr.

Doch Zauberfußball und vor allem deutlich heraus gespielte Siege bekommt man bei Schalke auch unter Magath nur hier und da zu sehen. Wenn Samstags Sonntags Nachmittags der Ball rollt, dann rennen und kämpfen zunächst einmal elf Schalker um drei Punkte.

Magath arbeitet mit Hochdruck daran, die Offensive noch weiter in Fahrt zu bringen, um die damit verbundene Zunahme an Kreativität in deutlichere Ergebnisse zu verwandeln. Knappe Spielstände  lassen sich in den kommenden Spielen nicht so leicht verteidigen wie gegen Nürnberg, Hoffenheim oder Köln. Leistungsschwankungen wie (teilweise) gegen Freiburg und in den letzten 10 Minuten gegen den VfL Bochum, werden wohl schon gegen Wolfsburg zu Niederlagen führen. Das zeigte das Hinspiel gegen den amtierenden Meister. Die folgenden Spiele haben es in sich: Neben den direkten Konkurrenten um das internationale Geschäft (Leverkusen, Bayern, Hamburg, Dortmund und Frankfurt) stehen in den nächsten sieben Spielen mit Wolfsburg und Stuttgart auch zwei Gegner auf dem Spielplan, die vom Potential her ebenfalls in die Kategorie “Harte Brocken” bzw. “Schwergewicht” fallen.

Die Mannschaft wirkt stabil genug, die jetzige Position nach diesen sieben Spieltagen einigermaßen verteidigt zu haben. Um das schleppende Offensivspiel anzukurbeln, könnte Magath aber bald vermehrt auf das von ihm bevorzugte 4-4-2 umstellen.

Vom Systemwechsel verspricht sich Magath primär mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld. Eine seit Jahren dem FC Schalke 04 anhängende Schwäche. Nur neun der 33 Bundesligatore gehen auf das Konto von nominellen Mittelfeldspielern, wobei Schmitz (zwei Tore) mittlerweile eher als linker Verteidiger anzusehen ist. Zählte man Heiko Westermann (6 Tore) in der vergangenen Saison zu den Verteidigern, trafen mit Jones (drei Tore) und Rakitic (ein Tor) nur zwei Mittelfeldspieler vier Mal ins Tor. Das macht bei insgesamt 47 Saisontoren eine Quote von weniger als 10 Prozent. Auch mit Westermanns Toren bleibt die Bilanz erschreckend schwach im Vergleich zu anderen Teams.

Während Kuranyi und Farfan im Sturm derzeit an Effizienz und Torgefahr kaum zu überbieten sind, bleibt Sanchez nur die Rolle als Flankenläufer. Zu selten tritt der Uru als Vorbereiter oder gar Torschütze ins Rampenlicht. Seine Planstelle währe beim Systemwechsel von 4-3-3 zum 4-4-2 am ehesten ersetzbar.

Vor allem, wenn Peer Kluge endlich wieder in den engeren Kader stößt, um mit seiner Erfahrung noch mehr Stabilität und Sicherheit ins Schalker Spiel zu bringen. Obwohl diese Attribute eher einen defensiven Duktus haben, ist es vielleicht genau das, was das Spiel nach vorn noch gebrauchen könnte.

Es geht vor allem darum, den Jungspunden einen erfahrenen Mann zur Seite zu stellen, der die Verantwortung für die Organisation im Mittelfeld übernimmt und gleichzeitig die Lücke zwischen Defensive und Offensive schließen kann. Rakitic hat das wohl prinzipiell drauf, aber zur Zeit nicht die Eier, dieses Können auch zu zeigen. Er hat in den letzten Monaten durchaus gelernt, wie man effizient und erfolgreich nach hinten arbeitet. Seine offensiven Qualitäten, die er zumindest häufiger in seiner ersten Saison und konstant in der kroatischen Nationalmannschaft zeigt, erreicht er in dieser Bundesliga Saison so gut wie gar nicht. Den Ballverteiler, egal ob kurz oder lang gepasst, spielt Rakitic in der Rückrunde in meinen Augen sehr zufriedenstellend. Kommt es aber auf den finalen Pass und vor allem auf den direkten Abschluss an, dann verlässt ihn der Mut. Kurzum: Die Dinger kommen meistens halt einfach nicht an. Weder beim Mitspieler, noch im Tornetz. Hinzu kommt, dass seine Standards zumindest teilweise an einen gewissen Sebastian Schweinsteiger erinnern. Immer scharf und mit hohem Risiko, aber häufig dann auch zu flach und für unsere Kopfballungeheuer damit nur schwer erreichbar.
Bei Moritz sieht es etwas anders aus. Er ist technisch stark, hat eine gute Übersicht und eine hohe Spielintelligenz. Er ist ein absoluter Mannschaftsspieler, aber häufig auch eher noch Mitläufer. Ob er es irgendwann schafft, auch in der Offensive mehr Impulse zu setzen, bleibt abzuwarten. Die Verantwortung für die offensive Organisation kann er in meinen Augen somit noch nicht übernehmen.

Ein weiterer Kandidat könnte Hao Junmin sein, den ich hier aber gar nicht lang diskutieren will. Eine Einschätzung seines Könnens ist bei knapp 8 Minuten Spielzeit gegen einen verzweifelt anrennenden Drittligisten einfach nicht genug. Dass er seine Qualitäten aber eher in der Offensive hat, kann man aber wohl durchaus so stehen lassen. Ob er tatsächlich schon in den kommenden Spielen eine Alternative wird, bleibt abzuwarten.

Kommen wir zu der Frage, die Schalke eigentlich seit knapp 2 1/2  Jahren beschäftigt: Wer macht die 10 beim S04?

Grundsätzliche und derzeit fitte Kandidaten sind neben Baumjohann auch Rakitic, Moravek und Ze Roberto, Hinzu kommen mit Abstrichen Kluge, Hao und Farfan. Während es für Moravek wohl noch zu früh ist, solch eine Verantwortung zu übernehmen, ist es bei Ze Roberto offensichtlich zu spät. Nach seiner Rückkehr gleich von Trainer Magath gelobt, scheint er den Ansprüchen Magath’s wohl doch nicht zu genügen. Sonst hätte er es, trotz der Allerweltsausrede Trainingsrückstand, auch schon mal in den Kader oder gar auf das Spielfeld geschafft. Hier bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass Baumjohann seine Spielzeiten steigern kann. Auch im königsblauen Trikot konnte man schon sehen, dass er der Mann für den letzten Pass oder den erfolgreichen Abschluss wäre. Meinen Wunschkandidaten für diese Position kann ich hier leider nur am Rande erwähnen, denn Levan Kenia läuft zwar seine Runden, eine baldige Rückkehr ins Mannschaftstraining lässt aber weiterhin auf sich warten. Über 90 Minuten werden wir Kenia bis Anfang Mai wohl nicht mehr erleben dürfen. Ob er es in dieser Saison nochmal als Ergänzungsspieler in den Kader schafft, bleibt ebenfalls abzuwarten. Eine tragende Rolle in den nun anstehenden Spielen gegen die Konkurrenz wird er sicher nicht übernehmen können.

Während Joel Matip auf der Position vor der Abwehr in meinen Augen zur Zeit kaum zu ersetzen ist, glaube auch, dass sich vor allem Moritz und Rakitic Sorgen um ihren Platz auf den Halbpositionen machen müssen. Kluge muss schon alleine wegen seiner Erfahrung auf’s Feld, wenn er den Fitnessstand erreicht hat. Dafür hat ihn Magath ja auch letztendlich geholt. Während man in der Abwehr mit Bordon einen Charakter mit Leaderfunktion stehen hat und auch Kuranyi diese Verantwortung mittlerweile im Sturm übernimmt, könnte Peer Kluge diese Funktion im Mittelfeld ausführen. Gute Chancen auf einen Platz im Magath’schen 4-4-2 können sich zudem Baumjohann und Rakitic ausrechnen, da sie, im Gegensatz zu Moritz, ihre offensiven Qualitäten schon nachgewiesen haben.

Spannend bleibt es allemal, vor allem, weil Trainer Felix Magath wie kein Zweiter zu überraschen weiss.

Schalke: 2 Kölle: Alaaf

Montag, Februar 15th, 2010

Der FC Schalke bleibt zu Hause weiterhin eine Macht. Auch der sich im Karneval befindliche Eff Zeh konnte keine Punkte aus der Donnerhalle mitnehmen.

Als in Köln lebender Schalker sind die Spiele gegen die derzeitige Heimat immer etwas spezieller. Noch spezieller wird es, wenn das Spiel in der (Straßen) Karnevalszeit stattfindet.

Für Anhänger des FC und blau-weißen Kölnern fing die 5. Jahreszeit ja schon am Mittwoch an. Während Schalke sich selbst den Halbfinaleinzug im Pokal sicherte, war für Köln schon Aschermittwoch. Schon damals hab ich angefangen zu frotzeln: Dem Eff Zeh bescheren wir am Sonntag den zweiten Aschermittwoch.

Leicht angeschlagen von den tollen Tagen, ging es dann am Sonntag Mittag mit dem Fußballgott und weiteren Rheinsteigern Richtung GE. Den Zug wollten wir uns sparen, da keiner von uns wirklich Lust auf Pöbeleien auf der Fahrt hatte. Auf der Autobahn ging es zwar langsam, aber stetig voran. Man hatte also reichlich Zeit, die letzten Tage wieder “auf Kette” zu kriegen.

Wie immer noch mal schnell bei Mutter und Vatter vorbei und dann schnell in die Kurve. Erst ne viertel Stunde vor Anpfiff waren wir im Block. Da dann die erste Erleichterung auf dem Würfel: Poldi spielt! Schön. Mir fällt ein, dass ich mir im Suff ja noch nen Spruch hab einfallen lassen: “Ohne Jogi fahr’n wir zur WM!” Passt ja auch mit Poldi, ne?

Das Spiel und die Stimmung im Stadion war dann mal so gar nicht Karneval. Eher mal wieder Aschermittwoch. Ich frage mich immer wieder, warum bei Sonntagsspielen eine so viel schlechtere Stimmung herrscht wie an anderen Spieltagen. Erklärungen bitte in die Kommentare!

Schalke kontrollierte zwar das Spiel, kam auch zu ein paar Halbchancen, aber der Führungstreffer wollte zunächst nicht gelingen. Kurzer Blick: Was macht Poldi? Der läuft im Schneckentempo immer um den Mittelkreis. Bekommt er den Ball, rennt er vor Joel Matip weg. Richtung egal und immer erfolglos. Dieser Matip ist für mich das Phänomen dieser Saison. Seine Abgeklärtheit in diesem jungen Alter wurde ja schon reichlich thematisiert. Aber was der Junge für Bälle alleine im Mittelfeld wegfischt ist schon erste klasse. Sollte Kuranyi mal verletzt sein, wünsche ich mir Matip als Mittelstürmer. Denn als “Wand” hat er sich schon längst bewährt und dass er auch treffen kann, beweist er in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit: Pander-Flanke von Schmitz. Matip Kopf. Tor. Ob das Tor zum psychologisch richtigen Zeitpunkt kam? Man weiß es nicht.

In der zweiten Halbzeit wird Stimmung und Spiel besser. Leider nur ein bisschen. Köln will gar nicht vor das Tor von Neuer, Schalke spielt beharrlich auf das 2:0. Die Geduld macht sich 10 Minuten vor Schluss bezahlt: Kuranyi setzt sich auf der rechten Seite durch und spielt die Pille auf Farfan, der im Fünfer nur noch einschieben musst. Karneval auf Schalke. Schon der zweite Aschermittwoch in Köln. Und dabei ist heute gerade mal Rosenmontag.