Slomka wieder im Amt
Eine gefühlte Ewigkeit ist es her, dass Mirko Slomka das letzte Mal im Traineramt war. Der Königsblog weiß, es waren genau 646 Tage.
Nun hat er bei Hannover 96 das Training übernommen. Bei seinem Heimatclub. Ich freue mich ungemein für Slomka, der auf Schalke immer sehr viel Skepsis entgegen schlug. Ob er wirklich so ein guter Trainer ist, für den ich ihn halte, muss er nun unter Beweis stellen.
Die deutsche Fußballlandschaft scheint ebenso Unsicher ob Slomkas Fähigkeiten. Bei unzähligen, ja eigentlich bei jedem offenen Trainerjob, war Slomka Topkandidat. Doch nie ist es zu einer Zusammenarbeit gekommen. Das Problem liegt bei Slomka wohl in der Erfahrung. Er hatte das Glück, bei seinem ersten Cheftrainerjob eines der Topteams der Liga führen zu dürfen.
Er hat das, für einen Novizen, auch sehr gut gemeistert, auch wenn ihm nie der ganz große Wurf gelungen ist. Noch heute fragen sich viele Fußballfans, warum Slomka vor knapp zwei Jahren gehen musste. Die Mannschaft stand zu diesem Zeitpunkt auf Platz 3, spielte gegen den großen FC Barcelona im Champions League Viertelfinale! Was will man mehr? Die Schalke Fans und offensichtlich auch die Verantwortlichen, wollten die Mannschaft wieder Fußball spielen sehen. Was unter Rangnick noch zielstrebiger Offensivfußball war, wurde unter Slomka zum stevenschen Ergebnisgrottenkick. Regelmäßig holten Pander mit seinen Freistößen und die Kopfballspezialisten Westermann, Bordon, Kurnayi und Co. die Kohlen aus dem Feuer. Aus dem Spiel heraus war Schalke zu diesem Zeitpunkt ziemlich harmlos und die Fans somit unzufrieden.
Dass sich das Offensivspiel unter Nachfolger Rutten noch weiter verschlechterte und sich jetzt unter Magath im Slomka-Bereich bewegt, zeigt, dass dieser Trainer mit seiner Arbeit nicht so ganz falschgelegen haben muss.
Nun übernimmt Slomka mit Hannover 96 ein Team, das sich nach dem Freitod von Robert Enke kaum noch auf Bundesliganiveau bewegt hat. Es ist nicht zuletzt der psychische Hebel, den Slomka bei der Mannschaft finden und umlegen muss. Klassenerhalt lautet das Ziel. Dazu muss Enke aus den Köpfen. Ob Slomka, sollte das Primärziel erreicht sein, in der darauf folgenden Saison die 96er wieder ins gesicherte Mittelfeld führen kann, ist schwer zu sagen. Das Potenzial hat die Mannschaft. Hat der Trainer es auch?
Januar 20th, 2010 at 12:35
Das mit den Einschätzungen ist ja immer so eine subjektive Sache, aber ich habe das schon vor der Saison getippt und bleibe dabei, 96 wäre auch mit Hecking und Enke abgestiegen! Sollte Mirko das tatsächlich verhindern können muß ich meine Einschätzung zu ihm vielleicht doch mal überdenken. Momentan denke ich daß Magath noch dabei ist wieder aufzubauen was u.a. von Mirko in Schutt und Asche gelegt wurde.
Januar 21st, 2010 at 18:26
@Björn04: Ich bin mir auch nicht sicher, glauber aber, dass Hannover es (mal wieder) schafft.