Archive for November, 2009

Spielmanipulatoren bestrafen!

Samstag, November 21st, 2009

Spiele werden manipuliert! Da stellen sich bei mir als Fan die Nackenhaare hoch. Sollte dies (noch)mal bei meinem S04 passieren, ich wäre mächtig sauer.

Auf die Barrikaden würde ich gehen, würde mein S04 tatsächlich einen Nachteil daraus ziehen und das Spiel dadurch verlieren. Besonders bitter ist das natürlich bei KO-Spielen wie z.B. dem DFB-Pokal.

Wie ist so ein Spieler gestrickt, wenn er durch eine oder zwei Aktionen vorsätzlich Spiele verschiebt?

Ich würde ihn am liebsten selber fragen. Mr. Therry Henry: Was haben Sie sich nur dabei gedacht?

Mir stellt sich ernsthaft die Frage, warum (versteckte) Spielmanipulationen auch von der Justiz bestraft werden, während offensichtliche Manipulationen keinerlei Konsequenzen für Spieler, Verein bzw. Nationalmannschaft haben?

Der “richtige” Manipulationsskadal wird uns noch einige Monate beschäftigen. Eins kann man allerdings jetzt schon mal feststellen: Betrug gibt es immer. Sowohl auf, als auch neben dem Platz.

Zum Tode des Robert E.

Mittwoch, November 11th, 2009

Ich habe es gestern im N-TV Ticker erfahren, während ich auf die neueste Folge von Stromberg gewartet habe.
Viel Lachen konnte ich danach nicht mehr. Der Tod war ein Schock für mich. Kaum vorzustellen wie Familie, Freunde und Angehörige fühlen. Mein Beileid gilt allen Betroffenen.

Das Länderspiel am Samstag steht durch den Tod dieses Ausnahmekeepers unter einem ganz anderen Stern. Fußball-Deutschland wird die Möglichkeit haben, sich von diesem sympathischen Menschen gebührend zu verabschieden.

Auch am kommenden Samstag wird es keine einfache Begegnung. Dann spielt Hannover 96 bei uns in der Veltins-Arena auf Schalke. Zur Zeit ist es kaum vorstellbar, unter diesen Umständen seine Mannschaft anzufeuern.

Die schwerste Aufgabe wird sicherlich auf Florian Fromlowitz zukommen. Er muss dort stehen, wo Enke normalerweise gestanden hätte. Jeder Zuschauer, ob vor dem Bildschirm oder Live im Stadion wird/will Robert Enke dort stehen sehen und doch wird genau dies leider nie wieder der Fall sein.

Ich durfte Enke nie persönlich kennen lernen. Er ist mir als wahrer Sportsmann in Erinnerung. Auf Bildern und in Interviews bescheiden und zurückhaltend. Schwere Schicksalsschläge, vor allem der Tod seiner herzkranken Tochter, schien in zwar mitgenommen, doch niemals umgeworfen zu haben.

Mein Beileid gilt der Familie, den Freunden, Bekannten und Angehörigen.

R.I.P.!

Magaths eiskaltes Händchen

Sonntag, November 8th, 2009

Der FC Schalke 04 erkämpft sich das dritte Unentschieden gegen einen Topklub in Serie. Wenn die Mannschaft des S04 zur Zeit eine Qualität besitzt, dann ist es Moral. Sie lagen in den letzten drei Spielen jeweils in Rückstand, konnten diesen aber jeweils immer wieder fulminant ausgleichen.

Die Geschichte dieses Spiels gehörte allerdings – mal wieder – Felix Magath. Schon im Abschlusstraining wunderten sich Fans und Journalisten: Ein gewisser Joel Matip stand in der A-Elf. Viele – ich auch – rechneten mit einer kleinen Finte und mit Rakitic in der Startelf. Doch Magath gab einem weiteren Youngster die Chance und wieder mal wurde er nicht enttäuscht. Matip spielte von beginn an im defensiven Mittelfeld einen ruhigen und abgeklärten Schuh. Und natürlich macht er auch das Tor.

Wer auch sonst? Magath scheint wirklich ein Gespür dafür zu haben, welche Spieler am jeweiligen Spieltag die entscheidende Akzente setzen.

Zum Saisonbeginn waren es Kenia (Torvorlage beim Bundesligadebut) und Christoph Moritz (1. Bundesligator im 2. Spiel), die den neuen Jugendstil in Punkte umwandelten.

Schmitz dankt Magath mittlerweile regelmäßig: Gegen Frankfurt schnibbelt er den entscheidenden Freistoß auf Asamoahs Schulter (auch da hatte Magath das richtiges Händchen), gegen Hamburg schießt er – mit neuen Profivertrag ausgestattet – prompt sein erstes Bundesligator und gestern legt er eben diesem Joel Matip die Kugel auf den Hinterkopf. Auch die Nominierung Rakitic’s gegen Stuttgart erwies sich als goldrichtig.

Zum Spiel

Schalke begann stark gestern. Bayern München, von Platz 6 in der Bundesliga, Vorrundenaus in der Champions League und Lahm-Interview in der SZ stark verunsichert, kam nicht ins Spiel. Erste Chance von Kuranyi nach Assist von Manuel Neuer.

Eine weitere Chance ergab sich für Farfan. Wenn die Bayern gefährlich wurden, dann lediglich bei Standardsituationen. Unbegreiflich, warum der S04 da plötzlich solche Probleme hat. Schon gegen Hamburg (0:2 durch Trochowski) und Leverkusen (0:1 Kroos, 0:2 Kiesling) kassierten die Blauen teils unnötige Treffer nach ruhendem Ball.

Auch gegen München sollte der Rückstand durch eine Standardsituation fallen: Sau dummes Foul nach eigenem Ballverlust duch Sanchez. Badstuber schnibbelt den Ball scharf aus halbrechter Position in den Strafraum. Klose gewinnt das Kopfballduell gegen Bordon und lenkt den Ball an den Kopf von Kuranyi. Münchens Knipser Daniel van Buyten muss nur noch einschieben.

Wieder ein Rückstand und wieder eine angemessene Reaktion der Schalker. Diesesmal allerdings schon vor der Halbzeit: Freistoß Schalke. Ähnliche Entfernung und Position als bei der Bayern-Führung. Schmitz, dessen Freistoßqualitäten doch arg an Pander erinnern, bringt den Ball gestochen scharf Richtung Elfmeterpunkt. Weder Müller noch Badstuber kommen ran. Dafür der Debütant Matip. 1,93 groß und mit dem Hinterkopf dran, buchsiert er den Ball in die linke Ecke. Noch vor der Pause fast der erneute Rückstand, doch Bordon und Neuer retten Weltklasse.

Die zweite Halbzeit ist eigentlich schnell erzählt, wäre da nicht ein Arjen Robben gewesen.

Bayern jetzt deutlich überlegen, aber (Standards ausgenommen) ohne zwingende Gelegenheiten. Schalke nach vorne kreativ- und kraftlos. Kaum bis keine Entlastung in Schalker Spiel.

Robben sorgt für den eigentlichen Aufreger: Klares und zurecht mit Gelb geahndetes Foul von Schmitz an Robben, der springt wie von der Tarantel gestochen auf und rennt Schalkes 21 mir nix dir nix um. Ganz klare Unsportlichkeit und das 3 Meter entfernt vom Schiedsrichter. Bei der anschließenden Rudelbildung markiert Robben noch eine Knieverletzung, um der – für ihn wohl auch – sicheren roten Karte, doch noch zu entgehen.

Zum Unverständnis aller bleibt Robben allerdings auf dem Feld. Nur Gelb? Da wird Robben direkt noch mal aufmüpfig und geht Schiedsrichter Meyer direkt an. Spätestens jetzt muss der Holländer doch mit Gelb-Rot fliegen! Wieder nix! Bei den Bayern werden die Regeln nun mal anders ausgelegt. Richtig festgestellt von Wieland im Königsblog-Twitterpost:

Wie immer: Tätlichkeit = Rot. Tätlichkeit im Bayern-Trikot = Gelb.

Schalke kann und muss mit dem Punkt zufrieden sein. Nach der Länderspielpause kommen wieder kleinere Brocken. Heimspiel gegen Hannover, dann Auswärts in Gladbach und wieder zu Hause gegen Berlin. So schön die Unentschieden und Kampfspiele gegen die Topklubs auch waren. Nun muss Schalke wieder punkten und vor allem mehr Spielkultur an den Tag legen. Vor den Top-Spielen gegen Stuttgart, den HSV, Leverkusen und den Bayern, habe ich mir sieben Punkte aus diesen Spielen gewünscht. Sechs sind es geworden. Sieben Punkte wünsche ich mir aus den nächsten drei Spielen. Sechs wären aber auch ok.

Druckkessel Allianz-Arena

Mittwoch, November 4th, 2009

Es dampft in München. Der glorreiche FC Bayern hat sich in dieser Saison so viel vorgenommen. Hat extra einen Trainer von Weltformat aus dem 93.000 Seelen Dort Alkmaar in die Landeshauptstadt gelotst, um den Makel Klinsmann aus der letzten Saison vergessen zu machen. Trotzdem dampft es im Schmuckkästchen Allianz-Arena. Die Zuschauer pfeifen die Mannschaft schon vor dem Halbzeitpfiff gnadenlos aus. Das Team fehlt mit Robben und vor allem Ribery die Kreativität.

Niemand redet in München mehr von Buddahfiguren, keine schwäbische Grinsekatze strahlt auch bei den schwersten Niederlagen noch in die Kamera. Stattdessen herrscht die “eiserne Tulpe”, Luis van Gaal. Beim Training herrscht wieder Disziplin. Es wird geflucht und geschrien und der Trainer strahlt genau die Arronganz aus, die man in München als “Mir san mir” Mentatlität umschreibt.

Nach einer dürftigen Saison 2008/2009 reagierte der Verein eigentlich so, wie er immer reagiert, wenn der FC Bayern München wenig bis gar nichts mit der Meisterschaft zu tun hatte. Es wird der Trainer gewechselt und es wird jede Menge Geld in die Mannschaft investiert. Es werden teilweise internationale Stars gekauft und vermeintliche Konkurrenten geschwächt. So wie einst nach der Spielzeit 2006/2007. Der FC Bayern landet auf einem UEFA-Cup-Platz und nimmt richtig Geld in die Hand, um diesen Makel wieder glattzubügeln. Ribery, Klose, Toni, Jansen, Ze Roberto. Der FC Bayern erzwingt sein Glück und hat Erfolg.

In dieser Saison zunächst ein ähnliches Bild. Auch diese Saison folgt auf eine eher schwache Saison des Rekordmeisters. Zu übermächtig waren die Wolfsburger, zu unkonstant die Bayern. Gomez, Robben, Tymoshshuk, Braafheit. Neue Gesichter, gekauft für teures Geld, sollen es richten.

Zieht man eine erste Bilanz, dann muss man Manager Uli Hoeness gleich mehrere Griffe ins Klo unterstellen. Die vielleicht tiefsten aller Klogriffe tragen wohl die Namen Ze Roberto und Lucio. Den einen ließ man ablösefrei zu einem Konkurrenten und den anderen - immerhin Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft -  für einen geradezu lächerlich anmutenden Preis Richtung Italien ziehen. Was man da so mir nicht dir nichts die Koffer in die Hand gedrückt hat, schien wohl die Seele des Münchener Spiels gewesen zu sein. Während im Tor und im Sturm schon länger sehr viel Unkonstanz und wenig Stabilität vertreten war, waren es gerade die Abwehr um Lucio und das zentrale Mittelfeld um Ze Roberto, die das genaue Gegenteil verkörperten.

Jetzt, wo die beiden fehlen, herrscht in allen Mannschaftsteilen Unsicherheit. Badstuber, sicher kein schlechter Innenverteidiger, ist blutjung und daher zu unkonstant für den Münchener Anspruch. Im Mittelfeld herrscht mit den Zerstörern van Bommel und Tymoshshuk zwar wieder ein gewisse Härte und Durchsetzungsvermögen, die Kreativität des Münchener Spiels ist allerdings auf der Strecke geblieben. Das ist falsch ausgedrückt: Sie liegt im Lazarett. Ribery, der schon vor der Saison mit Real Madrid kokettiert hatte, scheint doch länger und schwerwiegender verletzt zu sein. Robben, eh bekannt dafür immer wieder mit kleinen Verletzungen auszufallen, hat bisher kaum mal 2 Spiele am Stück durchgespielt. Lediglich beim furiosen Kantersieg gegen Lügescheid trumpften die beiden gemeinsam auf und schienen alle Zweifel am schlechten Saisonstart vergessen zu machen.

Die Situation vor dem Spiel gegen unseren S04 sieht allerdings ganz anders aus: Der schlechte/durchwachsene Saisonstart ist einer tiefen Krise gewichen. Zwar konnte der Anschluss an die Spitze wieder hergestellt werden, doch das ist eher damit zu erklären, dass die Spitzengruppe sich gegenseitig die Unentschieden in die Schuhe geschoben hat. Auch in der Champions League ist man dort angekommen, wo nicht mal die Klinsmann-Bayern waren: Kurz vor dem Aus.

Überzeugende Spiele des FC Bayern kann man an drei Fingerchen abzählen. Die Tore der millionenschweren Stürmer ebenfalls.

Eins scheint wohl klar: Sollte der FC Schalke 04 am Samstag wieder drei Punkte mit nach Hause nehmen, könnte es schon eng für den Holländer werden. Sicher werden die Königsblauen ihm nicht das Stuhlbein endgültig absägen wie in der vergangen Saison Jürgen Klinsmann. Wir befinden uns ja auch erst in der Hinrunde. Ich bin guter Hoffnung, dass es was wird mit dem Sieg am Samstag. Auswärts sind wir bisher ungeschlagen. Die Leidenschaft des Schalker Spiels haben psychisch und physisch stärkere Mannschaften wie der HSV und Leverkusen fast zum umfallen gebracht. ribery ist immer noch verletzt und Robben scheint noch lange nicht bei 100%. Alles sehr gute Zeichen. Trotzdem wollen wir die Ansprüche nicht zu hoch schrauben. Auch eine Niederlage wäre kein Beinbruch. Doch die Mannschaft hat gezeigt, dass sie gegen angeschlagene Gegner (in dieser Saison vor allem der 1. FC Köln und der VfB Stuttgart) dieses Mal kein Aufbaugegner darstellt. Schalke punktet und siegt in solchen Spielen. Hoffen wir, es wird ebenso eines….

Emotionsorkan in der Veltins-Arena

Sonntag, November 1st, 2009

Dass ich unsere Königsblauen beim ersten Topspiel mit Schalker Beteiligung nicht alleine lassen darf, wird mir am Mittwoch klar. Die Samstagsplanung ist eh auf den Ruhrpott ausgelegt. Party in Bochum. Da muss ich hin. Dann kann ich ja eigentlich auch zum Spiel. Bein gemeinsamen DFB-Pokal feiern im Pegel finde ich auch relativ schnell eine Karte. Bombe! Die Rheinsteiger machen sich am Samstag schon gegen 14 Uhr auf Richtung GEW-Are… äh… Veltins-Arena. Man will die übrigen Bundesliga Spiel in blau-weißer Runde im Schalker genießen. Vereinzelte “Spitzenreiter”-Rufe bei den zahlreichen Niederlagen/Unentschieden der Konkurrenz. Leid tut es mir und vielen Anderen um den FCN. Ein Dreier gegen Bremen hätte uns allen gut getan.

Trotzdem glücklich, weil neue Schalke-Schuhe, geht es Richtung Nordkurve. Vorher kurz noch Mama und Papa getroffen, gedrückt und die Fan-Shop Tüte in die Hand gedrückt. Schließlich wird ein heißes Match erwartet. Da kann ich sowas nicht gebrauchen. Unter Mama’s Sitz in der Südkurve sind die neuen Treter sicher besser aufgehoben.

Meine neuen Schalke Schuhe :)

Meine neuen Schalke Schuhe :)

Auf geht’s in die Kurve. Eins fällt direkt auf: Die Stimmung ist eines Topspiels mehr als würdig. Die Fans feiern die Mannschaft praktisch schon vor dem Spiel. Ich habe noch nie erlebt, dass das traditionelle - und großartige - Steiger-Lied zu Beginn schlichtweg ignoriert und übersungen wird.

Die Mannschaften laufen ein, Tobi singt sein “Der Kevin, der trifft!” zum Einlaufgedudel und schon kann es los gehen. Der erste Aufreger lässt nicht lang auf sich warten. Holtby, der eine neue Chance erhalten hat, wird kurz vor/auf/hinter der Strafraumgrenze übel vor den Brustkorb getreten. Leider hat Schiri Weiner heute nicht seinen blau-weissen Tag und gibt nur Freistoß. Scheint aber ok so gewesen sein.

Danach erstmal viel Leerlauf in Schalker Spiel. Die Mittelfeld-Babys Moritz, Schmitz und Holtby tuen sich ebenso schwer gegen den HSV. Die Stürmer sehen sehr wenig Land gegen Hyppiä und die Abwehr hat vor allem bei Standardsituationen extreme Probleme. Bayer wird stärker und macht dann wunderschön und folgerichtig das 1:0 nach Standard. Dejavu-Erlebnis dann kurz vor der Halbzeit: Wieder kurz vor Schluss das ernüchternde 0:2 durch Kiesling. Nicht zu fassen! Natürlich haben wir das gegen den HSV auch gedreht, aber hier spielt mit Leverkusen eine Mannschaft, die nicht schlagbar zu sein scheint. Sowohl in der Defensive, als auch im Mittelfeld ließ sich Schalke den Schneid abkaufen. Die Abwehr stand, hatte allerdings bei den Standards den wuchtigen Leverkusenern nicht viel entgegen zu setzen.

Zur Halbzeit bleibt nur soviel zu sagen: Trotz Rückstand und diesmal auch sehr schwacher Leistung (das war gegen den HSV etwas anders) kaum bis keine Pfiffe von den Rängen. Ein gutes Zeichen!

Der Beginn der zweiten Halbzeit macht nicht viel Hoffnung auf ein erneutes Hühnerfell-Erlebnis. Leverkusen a.k.a. Sami Hyppiä steht bombensicher, hält sich mit Angriffen aber nun auch zurück. Stattdessen wird Schalke im Mittelfeld zermürbt. Sie verschieben, stellen und attackieren scheinbar immer mit einem Mann mehr, so dass Schalke meist nur der lange Ball aus dem Halbfeld bleibt. Den hat dann, wer auch sonst, Hyppiä. Einziger Patzer und brenzlige Situation dann auf der rechten Seite. Wie schon gegen den HSV, wetzt ein Schalker Stürmer einem missglückten Rückpass hinterher. Farfan und Adler rasen aufeinander zu. Springen simulaten ab, um den Ball mit dem Fuß voran in bzw. vom Tor wegzubekommen. Kein Körperkontakt erkennbar. Der Ball kommt wieder zum Vorschein. Farfan, längst wieder auf den Beinen, mit dem Drehschuss zum Anschlusstreffer. Pustekuchen. Schon wieder wird Schalke ein reguläres Tor aberkannt. Sowohl Adler (außerhalb der Schutzzone 5 Meterraum) als auch Farfan gehen mit viel Risiko in die Aktion. Beide spielen allerdings fair. Warum der schwache Schiedsrichter hier auf Freistoß Adler entschieden hat, fragt sich Magath auch später in den Interviews.

Egal. Schalke fasst nochmal Mut.

Das Spiel kippt allerdings in der 74. Minute. Hyppiä muss raus und Sinkiewicz kommt. Schalke bläst zur Attacke. Aus dem Gewühl heraus macht Kuranyi schon fast ein Traumtor. Nach Freistoßflanke Rakitic kommt es zur Rudelbildung im Strafraum der Pillendreher. Kuranyi guckt sich das Gestocher einen Meter vor der Torlinie an und gerade als Sinkiewicz den Ball klären will, klaut der Käffin ihm den Ball mit der Sohle durch die Beine, dreht sich genau in die richtige Richtung und schiebt den Ball ein.

Kann es tatsächlich möglich sein? Schaffen wir wieder das Remis-Wunder gegen ein Spitzenteam? Die Arena brodelt. Die Nordkurve schreit sich die Kehle aus dem Hals, das Stadion klatscht und  auf singt bisweilen mit. Diesesmal verlassen die Wenigsten das Stadion vor dem Abpfiff. Und all die blieben sollen tatsächlich Zeuge werden, wie der kleine Sanchez den Bundesadler düpiert und ihn ganz ganz schlecht aussehen lässt.

Zambrano mit dem langen Ball aus dem Halbfeld. Genau 74. Minuten klappten diese Dinger nicht. Hyppiä hat gespielt. Jetzt kommen die Dinger allerdings immer häufiger an. So wie eben jener von Zambrano. Kuranyi gewinnt das Kopfballduell. Adler kommt rausgestolpert doch schon bevor dieser die Faust hochrecken kann, hat Sanchez schon den Kopf am Ball und drin is das Ding! Die Arena kocht. Die Nordkurve überschlägt sich und die Mannschaft will, wie auch schon gegen den HSV, den Sieg! Leider wird das auch am Samstag nix. Trotzdem wird die Mannschaft gefeiert, als hätte sie einen Sieg errungen. Da wird sich der Frank Rost mal wieder wundern, was da denn in die Schalker gefahren ist.

Ich kann Rost die Frage heute noch deutlicher beantworten, als ich es vorher getan hätte: Schalke Fans stehen auf Leidenschaft, Dramatik und Kampf. All das zeigt die Mannschaft unter Trainer Felix Magath. Zeigen ist eigentlich das falsche Wort. Sie zelebriert all das, was man in der letzten Saison so schmerzlich vermisst hat. Sie erkämpft sich den Respekt zurück, den sie sich mehr und mehr verdient. Jeder Schalker geht mit einem Lächeln nach Hause, obwohl die Mannschaft erneut spielerisch alles andere als überzeugt hat. Das ist aber egal. Wir haben aus drei sehr schweren Bundesliga Spielen bisher 5 Punkte geholt. Nicht verloren. Das Ganze wird mit dem nächsten Spitzenspiel gegen den FC Bayern gipfeln. Die Mannschaft hat ihren Auftrag direkt aus der Nordkurve erhalten: “Zieht den Bayern die Lederhosen aus!” schallte es aus tausenden Kehlen nach dem Apfiff. Auf geht’s!

Schalke hat Körpergeruch - Dortmund hat CharakterAIDS

Schalke hat Körpergeruch - Dortmund hat CharakterAIDS