Heute spielt Schalke das erste Mal zur “Topspielzeit” um 18:30 gegen Spitzenreiter Leverkusen. Ob es diese Partie verdient hat, als Topspiel bezeichnet zu werden, muss man abwarten. Es wird wohl vor allem an Leverkusen liegen, die vor zwei Wochen das Spiel gegen den HSV gehörig unattraktiv gestalteten.

Besonders gespannt bin ich heute auf das “Duell der Weisen”. Der wiedererstarkte St. Marcello und der neue Alte in der Leverkusener Bubi-Abwehr Sami Hyypiä steheh heute im Fokus. Zuletzt musste Bordon gegen den HSV drei Mal den Ball zum Anstoßpunkt dreschen. Hyypiä ist für mich zur Zeit die Überraschung der Saison. Er ist der Mittelpunkt der bisher sichersten Abwehr der Liga. Ein großes Lob an die Leverkusener Verantwortlichen, die die Situation in der letzten Saison absolut richtig einschätzten. Es fehlte an Erfahrung. Genau die Erfahrung die Schalke mit Marcello Bordon nun auch wieder dringend benötigt. Kurz vor dem Abschied stand der heilige St. Marcello in der letzten Saison. Gab sein Kapitänsamt mitten in der Saison auf und schien unglücklich.

Mit dem neuen Trainer Magath kam die Zuversicht zurück. Nach dem Abschied von Kristajic blieb Bordon als einziger “erfahrener” in einer jungen Abwehrreihe zurück. Er gibt Höwedes und Zambrano und auch mit Abstrichen Rafinha und Westermann die nötige Stabilität.

Eins ist jedoch sicher. Den bordonschen langen Fehlpass kann niemand übertreffen. Nicht mal Sami Hyypiä.

 

Endlich isset geschafft. Nee, nee! Nich die WM-Quali der deutschen Nationalmannschaft. Ok. Die auch, aber viel wichtiger: Die Länderspielpause ist vorbei! Es gibt endlich wieder dreckigen Bundesligafußball zu beschauen.

Wir dürfen unsere Mannen am Samstag gegen Stuttgart grätschen sehen. Babbel und seine Jungs stecken knietief in der Kacke. Mieser Bundesligastart, Babbels Pendelorgien nach Köln, verletzte Spielmacher und weit und breit kein Stürmer Marke Mario Gomez. Der VFB steckt in der Krise. Da fragt man sich, ob das vielleicht auch an der Form von Mario Gomez liegt. Der spielt genauso schlecht wie der Stuttgarter. Ob der Würstchen Uli da vergessen hat nach der Transferüberweisung die Nabelschnur abzuschneiden?

Apropos Mario Gomez: Amüsiert und schokiert zu gleich stelle ich fest, dass er wohl den gleichen Weg geht, wie unser Käffin Kuranyi. Das Publikum verliert bei “Super Mario” ebenso schnell die Geduld wie bei unserem Nutella-Boy. Da hat der emotionale Deutschland- und/oder Bayernfan schneller die Pfoten im Mund als das Bier am Hals.

Gefährlich, was wir da mit unseren Stürmern anstellen. Ob wir Deutschen wohl glauben, dass wir unsere Stürmer dadurch stärker machen? Ich denke nicht, dass das nötig ist. Und da frage ich mich doch glatt noch eins: Warum wird der Poldi nicht ausgepfiffen? Der spielt seit 2 Spielzeiten nicht mehr auf Nationalmannschaftsniveau. Zumindest in der Bundesliga.

Egal: Wir fahren nach Südafrika. Der Rest der Schalker Nationalmannschaftsfraktion allerdings nicht. Einzig Billy, der Grieche, hat noch die Möglichkeit, ein WM Ticket zu lösen. Ob es klappt, erfahren wir Mitte November…

Angst hatte ich vor dem gestrigen Donnerstag. Zwei Tage vor einem Schalke-Spiel? Da muss doch mal wieder ne Schlagzeile zu den Finanzen kommen. Kam se auch. Allerdings von Schalker Seite. Die Bayern freut’s nicht. Die glauben auch immer noch, dass das liebe Geld schuld ist, dass sie seit Jahren nix auf internationaler Bühne reißen. Der Rest der Bundesliga ist allerdings auch nicht begeistert. Der allwöchentliche Schalke Skandal wurde dieses Mal vom Stern aufgedeckt. Der will erfahren haben, dass Magath (noch) mehr Macht bekommt und der in der Satzung festgelegte Eil-Aussuss mal so mir nichts, dir nichts abgeschafft werden soll. Schon wieder eine Ente, auf die Tönnies jedoch, zum Glück, angemessen reagierte.

Aber naja. Ich freu mich. Die Perle Bundesliga kommt wieder. Auf ein Auswärtssieg bei den Schwaben!

 

Der Auftritt der Königsblauen gegen Frankfurt kommt in Presse und Blogs unterschiedlich gut weg. Im Fokus stehen allerdings immer die gleichen: Oldie Asamoah und Schalkes Jungspunde im Mittelfeld.

Thorsten Wieland vom Königsblog findet es angesichts harmloser Frankfurter tragisch, “dass Schalke derart lange brauchte, um seinerseits zu Chancen zu kommen. Erst als nach der Pause eine Schippe draufgelegt wurde, als durch erhöhten Druck auf die ballführenden Frankfurter mehr Ballbesitz erarbeitet wurde, als es mehr Bewegung und mehr Tempo gab, kam es zu Chancen für Königsblau.

Wie es denn dann zu den Schalker Chancen kam, erklärt Matthias van der Weide im Schalkefan-Blog. “In der vergangenen Saison erzielte Schalke gefühlte zwei Drittel aller Tore nach Standardsituationen. In dieser Spielzeit schien es zunächst, als seien Tore “aus dem ruhenden Ball” heraus urplötzlich verpönt. (…) Am Freitag hat Schalke seine Standard-Erfolgsbilanz  gehörig aufpoliert. 2:0 hieß es nach größtenteils sehr höhepunktarmen 90 Minuten gegen die Eintracht. Zweimal traf Schalke nach einer Spielunterbrechung.

Während viele Stimmen den alternden Asamoah schon abgeschrieben haben, zählt er den Dienstältesten Schalker noch nicht “zum alten Eisen. Zwei bis drei Jahre Bundesliga auf gehobenem Niveau sind im zweifelslos noch zuzutrauen, insbesondere wenn er sich weiterhin in derart guter körperlicher Verfassung präsentiert, in die ihn das Magathsche Trainingspensum ganz offensichtlich versetzt hat” und macht ihn zum “Matchwinner, der einem toten Spiel Leben einhauchte“.

DerWesten.de stellt heraus, wie wichtig solche Siege für ein junges Team sind und titelt: “Solche Schalker Siege schweißen zusammen” Dies kann nur im doppeltem Sinne gemeint sein. Zum einen meinen Kerkhoff und Hendriock wohl das junge Team und zum anderen das wieder immer besser werdende Verhältnis zwischen Verein, Mannschaft und Publikum.

Der Reviersport hat indes gute Nachrichten von Christian Pander, der sein Comeback für die Rückrunde ankündigt und stellt fest, dass es schon längst wieder jemanden gibt, der ähnlich gute Freistöße schießt: Lukas Schmitz. Dieser will das nur noch nicht ganz zugeben.

Die Frankfurter Blogosphäre zieht stattdessen über die Schalker “Turnhalle” her. Blog G beschwert sich: “Was einem auf Schalke geboten wird, ist Kundenfußball wie er schlimmer bei den Bayern nicht sein könnte. Eine Inszenierung in einer Turnhalle, weitestgehend still konsumiert von über 60.000 Leuten, die dann beginnen die Mannschaft zu unterstützen, wenn sie sowieso nicht mehr verlieren kann.

Und auch der Beverungen-Blog haut in die gleiche Kerbe: “Das Dach der Halle war geschlossen, das Licht gleißte und aus der einstmaligen Flutlichtatmospäre wurde eine Art Filmset-Beleuchtung, während auf dem Feld ein Zeppelin mit der Aufschrift Berlin-Air schwebte. Gelsenkirchener Komparsen, ausgestattet von Gazprom, hockten ganz in Blau auf ihren Plätzen und bestaunten das Event. Allein einige Teile der Nordkurve gebärdeten sich unruhig.

Während Blog G zumindest die Harmlosigkeit der Frankfurter Angriffsbemühungen herausstellt: “Ein Schuss auf das Tor des Gegners in 90 Minuten Spielzeit. Ich nehme an, es handelte sich um den Versuch von Alexander Meier, der neben das von Manuel Neuer gelangweilt gehütete Tor rauschte. Ein einziger Schuss. Ergibt aus den letzten zwei Spielen des hessischen Bundesligisten keine einzige wirklich zwingende Torchance. 180 Spielminuten, immerhin in der höchsten deutschen Spielklasse des Fußballsports, ohne dass der Anhänger des eigenen Vereins wenigstens einmal die Hoffnung hätte haben können, es könne klappen und man würde weiter fleißig Punkte sammeln. Punkte, die man braucht, um das anvisierte Saisonziel zu erreichen.” wollte Beverungen ein Spiel auf Augenhöhe gesehen haben: “Den fälligen Elfer verwandelte Farfan und so endete ein Spiel, das eigentlich 0:0 ausgehen musste mit einem Heimsieg für Gelsenkirchen.”

Sollte ich Quellen (vor allem Blogs) vergessen haben, dann schreibt mir

 

Schalke geht es gut. Zumindest sportlich. Über die finanzielle Lage will ich mir nicht auch noch das Maul zerreißen. Das können getrost andere machen.

Mich interessiert vornehmlich der sportliche Aspekt und da muss ich sagen: Schalke wurde wiederbelebt. Vor allem von Felix Magath und der Aufbruchstimmung, die der erfolgreichste Bundesligatrainer der letzten Jahre mitgebracht hat.

Er darf sich zur Zeit alles erlauben und (fast) alles scheint zu klappen. Da debütiert ein Christoph Moritz gegen Nürnberg und ist nach dem 8.Spieltag eigentlich nicht mehr aus dem Mittelfeld wegzudenken.

Da  holt er einen Lukas Schmitz aus der Zweiten und man ist erstaunt, dass er so unauffällig aber effektiv wie einst ein Fabian Ernst spielt und auch noch Freistöße wie Christian Pander schießen kann. So geschehen gegen Frankfurt.

Er gibt einer “Diva” wie Rafinha Sonderurlaub und anstatt dass die Presse dies als Führungsschwäche auslegt, wird er für sein pädagogisches Fingerspitzengefühl gelobt. Rafinha dankt es ihm mit gewohnt guten Leistungen und mehr Zurückhaltung auf und neben dem Platz.

Er stellt neben den schon fast abgewanderten, aber nun wieder bärenstarken St. Marcello einen jungen peruanischen Nationalspieler namens Zambrano, der von Spiel zu Spiel mehr und mehr lernt und im gleichen Maße Stabilität ausstrahlt.

Spaß macht auch Levan Kenia. Er läuft und kämpft wie einst Berti Vogts, spielt feine Pässchen wie Lincoln und dribbelt wie ein Lionel Messi. Völlig übertrieben? Stimmt, aber Ansätze von alledem sind zu sehen. Ihm fehlt wohl noch die Effektivität, um dem Schalker Spiel noch mehr Impulse zu geben. Auf dem Weg dorthin ist er allemal.

Das Publikum und die Mannschaft wachsen wieder zusammen

Eine große Wandlung auf Schalke hat nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen stattgefunden. Habe ich in den letzten Spielzeiten die Stimmung der Auswärtsspiele immer mehr schätzen gelernt, ist nun auch in der Arena wieder ein Miteinander zu spüren. Natürlich kann man dieses “Wunder” wieder Felix Magath zuschreiben, doch vor allem ist es die Mannschaft, die begeistert. Bedingungsloser Einsatz und Kampf sind angesagt.

Auch gestern gegen Frankfurt war es kein “gutes” Spiel. Technisch mit wenigen Höhepunkten, doch man hatte nie den Eindruck, dass die Mannschaft lustlos spielt, wie es unter Rutten oftmals der Fall war. Trotz der fußballerischen “Magerkost” blieb das Publikum ruhig, klatschte und sang dann und wann mit der Nordkurve und entfaltete seine ganze Kraft nach dem Treffer von Asamoah. Man stand, wo man gar nicht stehen musste. Man blieb, wo man vorher schon  in der 80. Minute auf dem Weg Richtung Alltag war, bis die Mannschaft ihre verdiente Ehrenrunde hinter sich hatte und sich zum Ausdehnen um den Mittelkreis nieder ließ.

Fußballerisch hat sich (bisher) nicht allzu viel verändert. Schalke stellt wieder eine der stabilsten Defensiven der Liga und verwöhnt in der Offensive nur seltenst mit tollen Aktionen. Mehr Zielstrebigkeit ist zu erkennen. Von einem Offensivfußball alá Wolfsburg ist Schalke allerdings noch sehr weit entfernt. Ob diese Mannschaft das kann und vor allem muss, darf hier gerne diskutiert werden.

Dass dann auch noch der Kämpfer vorm Herrn, Gerald Asamoah (Happy Birthday!) und Jefferson Farfan, der bisher beste Schalker in dieser jungen Saison, die beiden Treffer markieren, passt ins Bild und freut ungemein.

Trauer trübt das Bild

So ganz und gar nicht ins Bild passt der Tod eines langjährigen blau-weißen Kämpfers, der sein größtes Duell gestern verloren hat. Rolf Rüssmann starb im Alter von 58 Jahren an Krebs. Mir ist der Name Rüssmann nur aus der Geschichte bekannt. Aktiv habe ich ihn nur als Manager bei Mönchengladbach und Stuttgart erleben dürfen. Um zu wissen, dass er der Schalker-Familie fehlen wird, muss man aber kein Spiel von ihm gesehen haben. Es reicht, die stehenden Ovationen des Publikums mitbekommen zu haben, die er beim Einzug in die Schalker Ehrenkabine beim Spiel gegen den KSC empfangen hat.

Mein Beileid gilt seiner Familie, Angehörigen und Freunden. Glück Auf, Rolf!

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