Kommentar: Das Leiden hat (k)ein Ende

Der DFB-Pokal, der FC Bayern und die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten: Eine Dreiecksbeziehung (a.k.a Threesome) ganz besonderer Art. Und wer gehofft hat, dass es in dieser Saison besser wird, der hat sich arg getäuscht. Der FC Bayern ist im TV allgegenwärtig. Sei es das Comeback-Spiel des Prinzen in der Domstadt, der Asien Trip gegen die Urawa Red Diamonds oder aber der Franz-Beckenbauer-Cup gegen Inter Mailand. Bayerns Testspiele waren ein muss, auch wenn es meist müde Grottenkicks waren.
Auch im DFB-Pokal wird es genauso kommen wie in jedem anderen Jahr auch. Der FC Bayern bekommt das Spiel im Free-TV, egal, was für andere Partien gelost werden.
Dieses Jahr hat Erfurt das große Los in der ersten Runde gezogen. Dort hat man sich nach der Auslosung sicherlich mehr auf die schon sicheren TV-Einnahmen gefreut als über das sichere Aus in der 1. Runde.
Dass es in dieser ersten DFB-Pokal-Runde eigentlich nur ein wahres Free-TV-Spiel hätte geben müssen, interessiert die Sport-Intendanten von ARD und ZDF herzlich wenig. Wie kann man den ersten Pflichtspiel-Auftritt von Jürgen Klinsmann einem klassischen Revier Derby wie Rot-Weiss Essen gegen Borussia Dortmund vorziehen?!?! Eine Beleidigung an alle +/- 5,3 Millionen Einwohner des Ruhrpotts, dass wir diesen Knaller nicht im Free-TV sehen dürfen. Stattdessen dürfen wir uns wohl wiedereinmal ansehen, wie sich der FC Bayern durch die 90 Minuten schlägt, irgendwann das 0:1 und in den Schlussminuten das 0:2 und vielleicht auch noch das 0:3 macht. *gääääääääähhhn*
Klar kann es anders kommen und die Erfurter kassieren erst in der 80 Minute das 0:1. Trotzdem: *gääääääääähhhn*
Doch zum Glück gibt es ja Premiere und das gute neue Pay-TV. So können wir uns doch die Essener angucken, die dem großen Reviernachbarn hoffentlich eins auf die Mütze geben. Ich war zumindest froh, dass es nun Alternativen gibt, als Premiere bekannt gab, zukünftig alle DFB-Pokal-Begegnungen Live zu übertragen. Und die Kneipies der Republik ebenso. Denn jeder Nicht-Bayern-Fan kann es wohl kaum erwarten, aus dem Wohnzimer und somit vor der Liveübertrgung bei ARD und ZDF zu flüchten und stattdessen in gemütlicher Athmospähre mit anderen Nicht-Fans die anderen Spiele in der Kneipe seiner Wahl zu gucken.
Trotzdem ärgert es mich immer noch, dass nur der FC Bayern die Live-Spiele im Free-TV bekommt.
Ich kann mich so mancher Diskussion in den Foren dieser Republik erinnern, wo wütende Fans die Entscheidungen der Intendanten mit Protestbriefen beantwortet haben. Zu Recht.
Das Leiden hat halt nur teilweise (k)ein Ende.

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