Schalke schmeckt

Der FC Schalke 04 bleibt weiterhin in der Spitzengruppe der Fußball Bundesliga. Der verdiente 2:0 Heimsieg gegen Ex-Trainer Rangnick und seine Hoffenheimer bescherte den Gelsenkirchnern den fünften Heimsieg ohne Gegentor.

Schalkes Vorstellung beim “Topspiel” am Samstag Abend kann eigentlich nur als souverän bezeichnet werden. Lediglich der Aussetzer von Sanchez, der den Hoffenheimern zu Beginn der zweiten Halbzeit einen glasklaren Elfmeter hätte einbringen müssen, viel aus der konzentrierten Vorstellung der Magath-Elf raus.

Nach dem unglücklichen Remis gegen Bochum vertraute Magath der gleichen Elf wie im kleinen Derby. Dies bedeutete auch, dass widermal keiner der sieben Neuzugänge den Weg auf den Platz fand.

Nach abwartenden Beginn verschaffte sich die TSG optische Feldvorteile, die allerdings zu keinerlei Torraumszenen führten. Trotz geringerer Spielanteile war Schalke die bessere Elf. Vor allem Farfan konnte sich auf der rechten Seite immer wieder durchsetzen und präzise Flanken in die Mitte schlagen.

Über rechts wurde dann auch die Führung eingeleitet. Rafinha schnappt sich in der eigenen Hälfte den Ball und tankt sich mit Hilfe eines Matip-Doppelpass in die gegnerische Hälfte. Lange halbhohe Flanke auf Kuranyi, der die Pille mustergültig am unsicheren Hildebrandt vorbei lupft. Vicente Sanchez, ganz Gentleman, drückt den Ball nicht über die Linie, sondern steht nur spalier.

Mit seinem elften Saisontreffer am 20. Spieltag ist Schalkes Knipser dabei, seinen 15. Tore Rekord deutlich zu übertrumpfen. Auch in der folgezeit agierten die Gäste harmlos und die Schalker zielstrebig. Ausgerechnet Kuranyi steht beim 0:2 durch Farfan bzw. Hildebrandt gleich zwei Mal im Weg.

Nach dem Seitenwechsel kam Hoffenheim stark aus der Kabine. Nach Luftloch Bordon wird Beck im Strafraum freigespielt. Sanchez kommt zu spät und senzt den Nationalverteidiger um. Wer und vor allem warum da keiner auf Elfmeter entschieden hat, ist mir jetzt noch ein Rätsel. Um hier nicht in alte Floskeln ala “selten einen klareren Elfer gesehen” zu verfallen, einfach mal anders herum: Ich hab schon 1000 ähnlich klare Elfmeter gesehen.

Für Hoffenheim kam es dann knüppeldick. Nach Eckball Rakitic springt der Ball von Kuranyis Hüfte vor die Füße von Lukas Schmitz. Der Ex-Bochumer fakelt nicht lange und der Ball landet abgefälscht im Netz. Wieder fühlt sich Hoffenheim von Schiri Meyer benachteiligt, da Bordon angeblich geschoben haben soll. Dieses Mal folge ich der Auffassung des Unparteiischen: Kein Foul. Reguläres Tor.

In der Folge spielte Schalke weiter souverän. Vor allem Joel Matip ist von der defensiven Mittelfeldposition eigentlich nicht mehr wegzudenken. Ganz starkes Spiel von ihm. Schalke ließ nicht mehr anbrennen. Mit Reginiussen kam ein weiterer Kicker zu seinem, doch etwas von Nervosität geprägtem, Bundesligadebut.

Auch Baumjohann durfte weiter Spielpraxis sammeln und deutete an, wie unberechnbar seine Dribblings und Pässe sein können.

Insgesamt ein hochverdienter Sieg, der auch in der Schlussphase nie gefährdet war.

Die gesamte Mannschaftsleistung war wiedereinmal stark gestern. Ähnlich wie in Bochum. Wenn man Spieler erwähnen muss, dann Matip und Farfan. Mit dem Sieg setzen sich die Blauen weiter oben fest. Schwach-Gelb wird weiter auf Abstand gehalten und der Vorsprung vor dem bösen 6. Platz konnte auf 13 Punkte ausgebaut werden. Traumhaft. Weiter so! Nun geht es gegen Freiburg, die uns in der Hinserie die erste Niederlage beigebracht haben.

Mit den eigenen Waffen geschlagen

Ok, geschlagen hat uns der VfL Bochum zwar nicht. Er hat es aber geschafft, uns in den letzten Sekunden eines guten Revierderbys doch noch den Sieg und damit zwei Punkte zu klauen.

Komischerweise schafften es die Bochumer mit den Waffen, die Schalke in der Hinserie so stark machten. Schoss Schalke in der Hinserie 18 seiner 26 Tore in der 2. Halbzeit, so konnten sich die Fans nach einer starken ersten Halbzeit und einer komfortablen 0:2 Führung eigentlich ihrer Sache sicher sein.

Doch Bochum kämpfte sich im zweiten Durchgang zurück ins Spiel und holte in letzter Sekunde doch noch den Punkt. Was den Königsblauen vor allem gegen den HSV und Leverkusen gelang, schaffte dieses Mal der Gegner. Der VfL wollte diesen Punkt und hat ihn sich dann auch, kombiniert mit ein bisschen Glück und einer großen Portion Schalker Schludrigkeit, geholt.

Das ist kein Beinbruch, sollte aber vor allem den jungen Spielern des Teams eine Lehre sein.

Heimspiel in Bochum

Heimspiel in Bochum

Dabei fing der Bundesliganachmittag doch so toll an. Das Stadion an der Castroper Straße ganz in Blau-Weiß. Bei “Steht auf, wenn ihr Schalker seid” stand dann auch fast die Hälfte aller Zuschauer (auf der Zusammenfassung bei S04-TV sieht man sogar Bochumer Ordner freudig mitklatschen) und Vicente Sanchez sorgte nach toller Kombination über rechts für die frühe Führung. Diese Führung verdiente sich Schalke auch im weiteren Spielverlauf. Vor allem Höwedes hätte nach missglückter Abwehr auf 0:2 erhöhen können. Dafür sorgte dann kurz vor dem Pausenpfiff unser Käffin. Wieder über rechts, wieder Farfan mit dem letzten Pass und Schalke führt zur Pause 0:2. Bis dahin war Bochum eigentlich nicht anwesend gewesen. Nur ein Pfostenschuss aus spitzem Winkel machte deutlich, dass Bochum auch könnte, wenn es wollte.

Negativer Höhepunkt war der “Böllerwurf” nach dem 0:2. Das Opfer dann auch noch ausgerechnet der eigene Spieler. Lewis Holtby blieb zum Glück unverletzt und erntete danach Sprechchöre. Trotzdem: Solche Typen müssen raus aus den Stadion. Dümmer geht’s nimmer!

Nach dem Seitenwechsel dann auch ein Spiel auf Augenhöhe. Bochum kam vor allem durch den eingewechselten Freier zu Torchancen. Die klarste Möglichkeit hatte aber dann doch Kuranyi. Nach einem Luftloch in der Bochumer Innenverteidigung braucht der die Pille nur noch an Heerwagen vorbei zu schieben. Kuranyi entschied sich aber genau für die Ecke, auf die der Bochumer Schnapper spekuliert hatte. Pech gehabt.

Schalke spielte extrem “hoch”. Wenn der VfL das Spiel aufbaute, stand die Abwehrkette meist schon kurz hinter dem Mittelkreis, so dass sich das Spiel teilweise auf sehr engem Raum abspielte. Auch nach dem absolut überraschenden Anschlusstreffer kamen die Schalker noch zu Möglichkeiten. Baumjohann und vor allem Edu konnten die guten Chancen aber nicht nutzen.

Und so kam es, wie es kommen musste. Ein letzter Konter der Bochumer über Hashemian. Franky, direkt neben mir, beschwört Rafinha den doch bitte “umzuhauen”. Der kleine Brasilianer entschied sich dagegen, konnte den Iraner aber auch nicht an der Flanke hindern. Innen steht Sestak sträflich frei und köpft das Dingen rein. Schiedsrichter Stark lässt nicht mal mehr anpfeiffen und zum ersten Mal in diesen 90. Minuten haben dann auch die Bochumer Fans die Stimmung in der Hand, während bei den richtigen Blauen doof geguckt wird.

Wie gesagt: Ein Beinbruch ist es nicht. Die Mannschaft zeigte sich im Gegensatz zum mauen Kick gegen Nürnberg stark verbessert. Baumjohann zeigte nach seiner Einwechslung, was er technisch so drauf hat und der Abstand auf den bösen 6. Platz hat sich sogar um einen Punkt vergrößert. 10 Punkte auf Bremen. Es gibt schlimmeres. Auch dass die Bayern nun vobei sind, wurmt mich nicht. Einzig und allein die Schwach-Gelben machen dieses Unentschieden zu einer gefühlten Niederlage, denn auch der HSV konnte die unheimliche Serie der Unausprechlichen nicht stoppen.

Am Samstag geht es dann gegen Hoffenheim. Mal schauen, was die gleich so gegen die Pillendreher machen…

6 Punkte Spiel im kleinen Derby

Am Samstag geht es zum “kleinen” Derby nach Bochum. Ich werde das erste Mal das Stadion des VfL in Augenschein nehmen. Naja, eigentlich wird es ja eher ein Bochumer Stadion in Schalker Hand. Wiedermal werden über 10.000 Schalker erwartet. Nordkurve in deiner Stadt! Stimmungsmäßig wird es sicher ein Spitzenspiel.

Beim Thema Spitzenspiel schaut mal an diesem Bundesligaspieltag sicher auf ganz andere Plätze. Sechs der ersten acht Vereine spielen gegeneinander. Das brisanteste Duell findet sicherlich in Bremen statt. Die Bayern sind zu Gast. Da weiß man als Königsblauer gar nicht, für wen man die Daumen drücken soll.

Geht man von einem dreifachen Punktegewinn in Bochum aus, wäre ein Sieg der Münchener fast schon eine Vorreservierung auf die Europa League in der nächsten Saison. Schalke hätte dann 12 Punkte oder vier Spiele Vorsprung auf die Bremer. Ein tolles Polster. Andersherum gönnt man den Bayern ja nichtmal die Scheiße unter’m Schuh.

Ein anderer Verein, dem man nicht mal Schuhe, geschweige denn Füße wünscht, spielt im zweiten Spitzenspiel gegen den HSV. In Lüdenscheid ist gerade die Käffin-Mania ausgebrochen. Nicht, dass die sich jetzt auf einmal unseren Käffin leisten könnten und ihn für die nächste Saison verpflichten.

Die Rede ist von Käffin Großkreutz. Genau der Typ, der beim großen Derby mal so richtig auf die Fresse bekommen hat. Recht so! Wer sich nicht erinnern kann - und das geht auch an die 11Freunde und an Lars Wallrod - hier nochmal der Beweis, dass Neuer einfach der stärkere ist/war/sein wird.

Lügenscheid

Hier kann man eigentlich nur auf eine Punkteteilung hoffen. Oder halt nen Sieg für den HSV, obwohl die sicher der härtere Konkurrent um die internationalen Plätze sein werden.

Kommen wir letztendlich zum Spitzenreiter. Der spielt gegen die vom Verletzungspech verfolgten Hoffenheimer. Hoffen wir also, dass die gegen Leverkusen wieder in Tritt kommen, nur um dann einen Spieltag später gegen uns zu stolpern.

Man sieht also: Das Spiel gegen Bochum ist ungemein wichtig. Läuft alles gut, sind wir am Ende des Spieltages Spitzenreiter mit 12 Punkten auf Platz 6 und 7 Punkten auf die Schwach-Gelben.

Auch wenn wir in den letzten Wochen ebenfalls einige neue Ausfälle zu verzeichnen hatten, glaube ich fest an drei Punkte. Wozu hat man auch nen XXL-Kader

Glück Auf!

Slomka wieder im Amt

Eine gefühlte Ewigkeit ist es her, dass Mirko Slomka das letzte Mal im Traineramt war. Der Königsblog weiß, es waren genau 646 Tage.

Nun hat er bei Hannover 96 das Training übernommen. Bei seinem Heimatclub. Ich freue mich ungemein für Slomka, der auf Schalke immer sehr viel Skepsis entgegen schlug. Ob er wirklich so ein guter Trainer ist, für den ich ihn halte, muss er nun unter Beweis stellen.

Die deutsche Fußballlandschaft scheint ebenso Unsicher ob Slomkas Fähigkeiten. Bei unzähligen, ja eigentlich bei jedem offenen Trainerjob, war Slomka Topkandidat. Doch nie ist es zu einer Zusammenarbeit gekommen. Das Problem liegt bei Slomka wohl in der Erfahrung. Er hatte das Glück, bei seinem ersten Cheftrainerjob eines der Topteams der Liga führen zu dürfen.

Er hat das, für einen Novizen, auch sehr gut gemeistert, auch wenn ihm nie der ganz große Wurf gelungen ist. Noch heute fragen sich viele Fußballfans, warum Slomka vor knapp zwei Jahren gehen musste. Die Mannschaft stand zu diesem Zeitpunkt auf Platz 3, spielte gegen den großen FC Barcelona im Champions League Viertelfinale! Was will man mehr? Die Schalke Fans und offensichtlich auch die Verantwortlichen, wollten die Mannschaft wieder Fußball spielen sehen. Was unter Rangnick noch zielstrebiger Offensivfußball war, wurde unter Slomka zum stevenschen Ergebnisgrottenkick. Regelmäßig holten Pander mit seinen Freistößen und die Kopfballspezialisten Westermann, Bordon, Kurnayi und Co. die Kohlen aus dem Feuer. Aus dem Spiel heraus war Schalke zu diesem Zeitpunkt ziemlich harmlos und die Fans somit unzufrieden.

Dass sich das Offensivspiel unter Nachfolger Rutten noch weiter verschlechterte und sich jetzt unter Magath im Slomka-Bereich bewegt, zeigt, dass dieser Trainer mit seiner Arbeit nicht so ganz falschgelegen haben muss.

Nun übernimmt Slomka mit Hannover 96 ein Team, das sich nach dem Freitod von Robert Enke kaum noch auf Bundesliganiveau bewegt hat. Es ist nicht zuletzt der psychische Hebel, den Slomka bei der Mannschaft finden und umlegen muss. Klassenerhalt lautet das Ziel. Dazu muss Enke aus den Köpfen. Ob Slomka, sollte das Primärziel erreicht sein, in der darauf folgenden Saison die 96er wieder ins gesicherte Mittelfeld führen kann, ist schwer zu sagen. Das Potenzial hat die Mannschaft. Hat der Trainer es auch?

Schalke stolpert in die Rückrunde

Wäre ich die Bildzeitung, würde ich von einem Rumpel Start reden.

Leider passt dieser Unbegriff tatsächlich. Schalke spielte am Sonntag gegen den Glubb weitestgehend ideenlos. Das ist sicher nichts neues, zumal mit Baumjohann (und Ze Roberto) die dazugewonnene Kreativität auf der Tribüne saß.

Trotzdem war etwas anders an diesem Sonntag Nachmittag. Überzeugte Schalke in der Hinrunde durch Kampfkraft und Einsatzwillen, war davon am Sonntag zumindest sehr viel weniger zu spüren. Die Vorstellung erinnerte an den blassen Auftritt beim Freundschaftsspiel gegen St.Pauli.

Dass es trotzdem zu drei Punkten reichte, lag vor allem an zwei Defensivspielern. Neben Manuel Neuer war dieses Mal Benni Höwedes der Turm in der Brandung. Während Bordon und vor allem Westermann ein ums andere Mal zu langsam oder zu unkonzentriert agierten, war es Höwedes, der die Fehler der Mitspieler ein ums andere Mal ausbügelte.

Ich hoffe, der Sportdirektor Magath hat diese Leistung gesehen und hält dieses Juwel. Zumindest bis zum Ende der Saison.

Das Tor des Abends erzielte (mal wieder) Kevin Kuranyi. Der Trainer Felix Magath hat sicherlich drei Kreuze gemacht, als Kuranyi dem FC Sunderland einen Korb gab. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Manager Magath am Ende der Saison ähnlich froh sein wird. Durch den Sieg vergrößerte sich der Abstand zum “Alles muss raus”-Platz 6 auf 9 Punkte. Ein gutes Polster. Mehr allerdings nicht.

Dass das Tor in der 48. Minute so ziemlich Kuranyis einzige Aktion war, ist schade, aber nicht weiter tragisch. Auffälliger waren da schon Edu und vor allem Jefferson Farfan, der mit seine starken Vorarbeit den entscheidenden Treffer überhaupt möglich machte.

Edu zeichnete sich vor allem als Wand ab. Leider hat Rakitic zur Zeit mal so gar kein Selbstvertrauen. Torschüsschen und Fehlpässe statt nen ordentliches Pfund. Schade eigentlich.

Am Samstag geht es dann zum kleinen Derby nach Bochum. Das dritte Spiel gegen Bochum in dieser Saison. Nach dem Hinrundenmatch (3:0) und dem klaren Pokalsieg (0:3) sollten auch beim dritten Match die Punkte mitgenommen werden. Ruhr2009/2010 Meister wären wir damit schon mal.

All in - auf den FC Bayern

Egal, wie schlecht die Bayern sich in der Hinrunde auch präsentieren, die ganze Welt tippt dann doch, dass der Rekordmeister Anfang Mai den Platz an der Sonne inne hat.

Während das bei den direkten Konkurrenten noch als Understatement gewertet werden kann, ist es bei den schreibenden und quatschenden Experten aus der Medienwelt doch ein weniger verwunderlich.

Sicher hat der FC Bayern gegen Ende der Hinrunde “besseren” Fußball gespielt. Trotzdem waren die Spiele der Münchener alles andere als souverän.

Ich sehe den FC Bayern München auch in dieser Saison nicht vorne. Ob sie ihre Serie von 51. Spieltagen als Nicht-Spitzenreiter der Fußball Bundesliga weiter ausbauen werden. Auch davon gehe ich ganz stark aus.

Wer stattdessen Meister wird? Sag ich nicht :D

Neues Schalke, altes Schalke

Felix Magath ist schon ne Type!

Da holt der in der Hinrunde unverschämte 34 Punkte mit einer Mannschaft, die in der vergangenen Saison zwischen Himmel dem Boden der Tatsachen und Hölle spielte.

Er hat den Verein von rechts auf links gedreht. Und es scheint, als ob noch immer nicht alle Tage Abend wäre.

Da war zunächst die erfreuliche Rückkehr von Baumjohann. Dann die Verpflichtung von Edu, dessen Name in Bochum wohl immer noch Hühnerfell macht. Im negativen Sinne.

Heute dann gleich drei Überraschungen. Tim Hoogland (ein Marler Jung wie ich \o/) kommt zum S04 zurück. In die Heimat. Er wird eine wichtige Rolle in der nächsten Saison spielen. Egal, ob Rafinha bleibt oder nicht.

Ganz nebenbei wurde vielleicht auch schon die Nachfolge von Kuranyi verpflichtet. Besart Ibraimi, Mazedonier und 23 Jahre jung wurde jetzt schon geholt, damit er sich an das Tempo der Bundesliga gewöhnen kann.

Schlussendlich gibt es auch positives von Ze Roberto zu verkünden. Er hat anscheinend heute das Training gerockt und Magath beeindruckt. Ob der vielleicht am Sonntag gegen den Glubb auf dem Platz steht? Magath ist alles zuzutrauen.

Das Einzige, das Magath nun noch schaffen muss, ist den Kader wieder klein zu kriegen. Asamoah, Altintop und Sanchez sind die Kandidaten. Höwedes, Rafinha und Kuranyi stehen im Fokus.

So wie ich Magath mittlerweile einschätze, kriegt der aber sogar den Streit noch los. Hoffen wir’s…

Spielmanipulatoren bestrafen!

Spiele werden manipuliert! Da stellen sich bei mir als Fan die Nackenhaare hoch. Sollte dies (noch)mal bei meinem S04 passieren, ich wäre mächtig sauer.

Auf die Barrikaden würde ich gehen, würde mein S04 tatsächlich einen Nachteil daraus ziehen und das Spiel dadurch verlieren. Besonders bitter ist das natürlich bei KO-Spielen wie z.B. dem DFB-Pokal.

Wie ist so ein Spieler gestrickt, wenn er durch eine oder zwei Aktionen vorsätzlich Spiele verschiebt?

Ich würde ihn am liebsten selber fragen. Mr. Therry Henry: Was haben Sie sich nur dabei gedacht?

Mir stellt sich ernsthaft die Frage, warum (versteckte) Spielmanipulationen auch von der Justiz bestraft werden, während offensichtliche Manipulationen keinerlei Konsequenzen für Spieler, Verein bzw. Nationalmannschaft haben?

Der “richtige” Manipulationsskadal wird uns noch einige Monate beschäftigen. Eins kann man allerdings jetzt schon mal feststellen: Betrug gibt es immer. Sowohl auf, als auch neben dem Platz.

Zum Tode des Robert E.

Ich habe es gestern im N-TV Ticker erfahren, während ich auf die neueste Folge von Stromberg gewartet habe.
Viel Lachen konnte ich danach nicht mehr. Der Tod war ein Schock für mich. Kaum vorzustellen wie Familie, Freunde und Angehörige fühlen. Mein Beileid gilt allen Betroffenen.

Das Länderspiel am Samstag steht durch den Tod dieses Ausnahmekeepers unter einem ganz anderen Stern. Fußball-Deutschland wird die Möglichkeit haben, sich von diesem sympathischen Menschen gebührend zu verabschieden.

Auch am kommenden Samstag wird es keine einfache Begegnung. Dann spielt Hannover 96 bei uns in der Veltins-Arena auf Schalke. Zur Zeit ist es kaum vorstellbar, unter diesen Umständen seine Mannschaft anzufeuern.

Die schwerste Aufgabe wird sicherlich auf Florian Fromlowitz zukommen. Er muss dort stehen, wo Enke normalerweise gestanden hätte. Jeder Zuschauer, ob vor dem Bildschirm oder Live im Stadion wird/will Robert Enke dort stehen sehen und doch wird genau dies leider nie wieder der Fall sein.

Ich durfte Enke nie persönlich kennen lernen. Er ist mir als wahrer Sportsmann in Erinnerung. Auf Bildern und in Interviews bescheiden und zurückhaltend. Schwere Schicksalsschläge, vor allem der Tod seiner herzkranken Tochter, schien in zwar mitgenommen, doch niemals umgeworfen zu haben.

Mein Beileid gilt der Familie, den Freunden, Bekannten und Angehörigen.

R.I.P.!

Magaths eiskaltes Händchen

Der FC Schalke 04 erkämpft sich das dritte Unentschieden gegen einen Topklub in Serie. Wenn die Mannschaft des S04 zur Zeit eine Qualität besitzt, dann ist es Moral. Sie lagen in den letzten drei Spielen jeweils in Rückstand, konnten diesen aber jeweils immer wieder fulminant ausgleichen.

Die Geschichte dieses Spiels gehörte allerdings – mal wieder – Felix Magath. Schon im Abschlusstraining wunderten sich Fans und Journalisten: Ein gewisser Joel Matip stand in der A-Elf. Viele – ich auch – rechneten mit einer kleinen Finte und mit Rakitic in der Startelf. Doch Magath gab einem weiteren Youngster die Chance und wieder mal wurde er nicht enttäuscht. Matip spielte von beginn an im defensiven Mittelfeld einen ruhigen und abgeklärten Schuh. Und natürlich macht er auch das Tor.

Wer auch sonst? Magath scheint wirklich ein Gespür dafür zu haben, welche Spieler am jeweiligen Spieltag die entscheidende Akzente setzen.

Zum Saisonbeginn waren es Kenia (Torvorlage beim Bundesligadebut) und Christoph Moritz (1. Bundesligator im 2. Spiel), die den neuen Jugendstil in Punkte umwandelten.

Schmitz dankt Magath mittlerweile regelmäßig: Gegen Frankfurt schnibbelt er den entscheidenden Freistoß auf Asamoahs Schulter (auch da hatte Magath das richtiges Händchen), gegen Hamburg schießt er – mit neuen Profivertrag ausgestattet – prompt sein erstes Bundesligator und gestern legt er eben diesem Joel Matip die Kugel auf den Hinterkopf. Auch die Nominierung Rakitic’s gegen Stuttgart erwies sich als goldrichtig.

Zum Spiel

Schalke begann stark gestern. Bayern München, von Platz 6 in der Bundesliga, Vorrundenaus in der Champions League und Lahm-Interview in der SZ stark verunsichert, kam nicht ins Spiel. Erste Chance von Kuranyi nach Assist von Manuel Neuer.

Eine weitere Chance ergab sich für Farfan. Wenn die Bayern gefährlich wurden, dann lediglich bei Standardsituationen. Unbegreiflich, warum der S04 da plötzlich solche Probleme hat. Schon gegen Hamburg (0:2 durch Trochowski) und Leverkusen (0:1 Kroos, 0:2 Kiesling) kassierten die Blauen teils unnötige Treffer nach ruhendem Ball.

Auch gegen München sollte der Rückstand durch eine Standardsituation fallen: Sau dummes Foul nach eigenem Ballverlust duch Sanchez. Badstuber schnibbelt den Ball scharf aus halbrechter Position in den Strafraum. Klose gewinnt das Kopfballduell gegen Bordon und lenkt den Ball an den Kopf von Kuranyi. Münchens Knipser Daniel van Buyten muss nur noch einschieben.

Wieder ein Rückstand und wieder eine angemessene Reaktion der Schalker. Diesesmal allerdings schon vor der Halbzeit: Freistoß Schalke. Ähnliche Entfernung und Position als bei der Bayern-Führung. Schmitz, dessen Freistoßqualitäten doch arg an Pander erinnern, bringt den Ball gestochen scharf Richtung Elfmeterpunkt. Weder Müller noch Badstuber kommen ran. Dafür der Debütant Matip. 1,93 groß und mit dem Hinterkopf dran, buchsiert er den Ball in die linke Ecke. Noch vor der Pause fast der erneute Rückstand, doch Bordon und Neuer retten Weltklasse.

Die zweite Halbzeit ist eigentlich schnell erzählt, wäre da nicht ein Arjen Robben gewesen.

Bayern jetzt deutlich überlegen, aber (Standards ausgenommen) ohne zwingende Gelegenheiten. Schalke nach vorne kreativ- und kraftlos. Kaum bis keine Entlastung in Schalker Spiel.

Robben sorgt für den eigentlichen Aufreger: Klares und zurecht mit Gelb geahndetes Foul von Schmitz an Robben, der springt wie von der Tarantel gestochen auf und rennt Schalkes 21 mir nix dir nix um. Ganz klare Unsportlichkeit und das 3 Meter entfernt vom Schiedsrichter. Bei der anschließenden Rudelbildung markiert Robben noch eine Knieverletzung, um der – für ihn wohl auch – sicheren roten Karte, doch noch zu entgehen.

Zum Unverständnis aller bleibt Robben allerdings auf dem Feld. Nur Gelb? Da wird Robben direkt noch mal aufmüpfig und geht Schiedsrichter Meyer direkt an. Spätestens jetzt muss der Holländer doch mit Gelb-Rot fliegen! Wieder nix! Bei den Bayern werden die Regeln nun mal anders ausgelegt. Richtig festgestellt von Wieland im Königsblog-Twitterpost:

Wie immer: Tätlichkeit = Rot. Tätlichkeit im Bayern-Trikot = Gelb.

Schalke kann und muss mit dem Punkt zufrieden sein. Nach der Länderspielpause kommen wieder kleinere Brocken. Heimspiel gegen Hannover, dann Auswärts in Gladbach und wieder zu Hause gegen Berlin. So schön die Unentschieden und Kampfspiele gegen die Topklubs auch waren. Nun muss Schalke wieder punkten und vor allem mehr Spielkultur an den Tag legen. Vor den Top-Spielen gegen Stuttgart, den HSV, Leverkusen und den Bayern, habe ich mir sieben Punkte aus diesen Spielen gewünscht. Sechs sind es geworden. Sieben Punkte wünsche ich mir aus den nächsten drei Spielen. Sechs wären aber auch ok.