Sep 222014
 

Schalke lieferte sich am Samstag ein packendes Duell mit Eintracht Frankfurt und holte im vierten Bundesligaspiel den zweiten Punkt. Auch wenn das Unentschieden letztendlich Leistungsgerecht ist, für Schalke ist das Ergebnis und die derzeitige Tabellensituation schlichtweg zu wenig.

Im Vergleich zum Chelsea-Spiel änderte Keller sein Team nur auf einer Position. Für Sidney Sam kam Choupo Moting ins Spiel. In den ersten Minuten passierte herzlich wenig. Schalke war, wie in London, darauf bedacht, nicht in Konter zu laufen. Frankfurt stand stabil und es zeigte sich einmal mehr, dass unsere hoch gelobte Offensive kein Mittel gegen tief stehende Mannschaften hat. Der erste Torschuss gelang in der 29. Minute.

Da hatte Schalke das Spiel schon fast verloren. Weil Boateng einmal mehr “Pech” hatte und das erste Tor mit einer missglückten Aktion einleitete. Und, weil Christian Fuchs weiterhin eklatante Schwächen im Defensivzweikampf hat. Ich will hier nicht die Schuld auf einzelne Spieler schieben. Sie stehen symbolisch für mangelnde Durchschlagskraft. Offensiv wie defensiv.

Man kam zurück ins Spiel, nachdem der Schiedsrichter es zu genau nahm und Choupo Moting sich so einen Elfmeter in nächster Zeit nicht besser nicht mehr leisten sollte. Der knappe Rückstand war zu diesem Zeitpunkt nur bedingt verdient. Erst in der zweiten Halbzeit verbesserte sich das Angriffsspiel. Versteht mich nicht falsch: Es rollte nicht eine Angriffswelle nach der anderen in Richtung Trapp, doch man kam zu Torchancen. Eine davon nutzte Geburtstagskind Draxler zum Ausgleich.

Dann musste Boateng wieder in den Mittelpunkt. Mit einem “dummen” Foul ging er mit Gelb-Rot vom Platz. Auch Draxler ließ sich zu einer Dummheit hinreißen. Nach einem harmlosen Zweikampf ließ Draxler das Bein oben. Rot. Derby ade.

Danach war in Richtung Heimsieg nicht mehr viel zu machen. Auch nicht, als auch Frankfurt einen Spieler mit Gelb-Rot verlor.

Beim Schlusspfiff wusste ich nicht, was ich mit diesem Spiel anfangen sollte. Man hat einen 0:2 Rückstand aufgeholt. Sehr gut. Man hat vor allem in der zweiten Halbzeit eine leidenschaftliche Schalker Mannschaft gesehen. Auch gut. Man hat aber auch wiedermal kein Offensivonzept gesehen, dass zum Erfolg führt. Das ist nicht nur eine Kritk am Trainer. Auch ein Max Meyer, ein Julian Draxler oder ein Boateng müssen sich die Frage stellen, wie sie Klaas Jan Huntelaar besser einsetzen können.

Eine Antwort erhoffe ich mir am Dienstag in Bremen. Dort allerdings nicht von Boateng oder Draxler. Dort müssen es Sam, Choupo Moting und Meyer richten.

 Posted by on 22. September 2014 at 07:04
Sep 172014
 

Schalke schlägt sich erstaunlich gut an der Stanford Bridge und verdient sich irgendwie dann doch auch den Punkt gegen den FC Chelsea. Die waren größtenteils die bessere Mannschaft, aber Schalke kam immer besser ins Spiel und agierte teilweise auf Augenhöhe. Eines lässt sich in jedem Fall feststellen: Darauf lässt sich aufbauen.

Für Schalke ging es denkbar unfair los: Neustädter wird früh unter Druck gesetzt und passt auf den ebenfalls unter Druck stehenden Meyer. Dessen Finte gerät zu lang, so dass er gegen Fabregas in die Grätsche muss. Meyer ist klar eher am Ball und wird dann hart von Fabregas getroffen. Der Schiri lässt weiter spielen und der Übeltäter macht das Dingen. Ein wirklich unglückliches Tor, denn das Foul war klar zu erkennen. Auf der anderen Seite hatte Chelsea sich die Führung durch ihr hohes Pressing durchaus verdient.

Doch Schalke brach nicht – wie befürchtet – auseinander. Stattdessen gestaltet Königsblau das Spiel zunehmend ausgeglichen. Natürlich auch, weil Chelsea früh einen Gang runter schaltet. Einige Distanzschüsse werden abgefeuert bevor Jule Draxler sich selber Lust auf diesen Champions League Abend macht. Sein tolles Solo zum Ende der ersten Halbzeit geht zwar knapp vorbei, doch Draxler ist in der zweiten Hälfte Schalkes Offensivmotor. Seine Leistung gipfelte in seiner Vorlage zum Ausgleich von Klaas-Jan Huntelaar. Dieser erobert den Ball im Mittelfeld und spielt auf Draxler. Jule tritt an und passt im richtigen Moment zurück zum Hunter. Der wird auf dem Weg zum Strafraum nicht wirklich gestört und schließt trocken ins Eck ab.

Auch in der Folge versuchte Schalke Chelsea auch in der Defensive zu beschäftigen. Diese wurden aber zum Ende hin wieder spielbestimmend. Mit viel Glück, Fährmann und Roman Neustädter, der einen super Innenverteidiger abgegeben hat, gelingt es, das Unentschieden über die Zeit zu retten.

Wie gesagt: Irgendwie auch verdient. Die Mannschaft kann sich aus diesem Spiel viel Selbstvertrauen holen. Auch Trainer Keller hat dieses mal seine Hausaufgaben gemacht. So darf es gerne weiter gehen.

 

Was Max und ich vor dem Spiel so spekuliert haben, erfahrt ihr übrigens hier:

 Posted by on 17. September 2014 at 23:17
Sep 152014
 

Gladbach ist für Schalke wirklich kein gutes Pflaster. In den letzten sechs Begegnungen gab es fünf Niederlagen und nur einen Sieg. Diese Serie hat Schalke am Samstag eindrucksvoll fortgeführt. Für Trainer Jens Keller muss die Leistung seiner Mannschaft – insbesondere der Leistungsträger – wie ein Offenbarungseid vorgekommen sein. Wenn, wie von Benedikt Höwedes behauptet – ein Matchplan vorhanden war, dann war er

1. schlecht

2. noch schlechter umgesetzt.

Und Verletzungssorgen können bei so einer Leistung keine Entschuldigung sein. Nominell war Schalke weiterhin besser besetzt als Gladbach. Und wenn man ehrlich ist: Nur Farfan und Matip sind zwei Spieler, die die Qualität haben, einen wirklichen Unterschied zu machen. Jungstars wie Meyer, Goretzka oder Kolasinac haben das Niveau noch nicht permanent. Und das Fehlen von Spielern wie Kirchhof oder Santana sind kein Alibi.

Für mich hat der Abgesang auf Jens Keller am Samstag Abend begonnen. Die Diskussion vorher habe ich grundsätzlich verstanden, wollte mich aber nicht beteiligen, da er seinen Job “ordentlich” gemacht hat. “Ordentlich” reicht aber nicht, wenn die Mannschaft den nötigen Biss vermissen lässt.

Die Unterschiede zu den Fohlen waren am Samstag offensichtlich: Trainer Favre wusste, wie er Schalke knacken kann. Umgekehrt war das nicht der Fall. Außerdem hat Favre ein Spielsystem entwickelt, das zu seinen Spielern passt. Kramer, Rafael, Hahn und Kruse. Mehr gute Spieler brauchte es einfach nicht, um Schalke zu schlagen. Und während Rafael der Leader einer Mannschaft war, kam Boateng mit seiner katastrophalen Leistung völlig unter die Räder. Er leitete die Niederlage mit seinem Stockfehler/Hackentrick ein und konnte zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Akzente setzen.

Die Frage, ob Jens Keller Trainer bleibt, kann nur die Mannschaft beantworten: Schafft sie es, die individuelle Klasse wieder mit Kampfeswillen und Leidenschaft zu füllen, werden auch wieder Siege folgen. Gegen Mannschaften, die taktisch deutlich besser sind und auch nur einigermaßen Spieler in ihren Reihen haben, die Fußball spielen können, wird es für Schalke regelmäßig Niederlagen in dieser Höhe geben.

Düstere Zeiten auf Schalke.

 Posted by on 15. September 2014 at 07:04
Aug 252014
 

Schalkes zweite Saisonniederlage nach dem Pflichtspielauftakt bei Hannover 96 war bitter. Weil Schalke nicht schlechter war als die Niedersachsen, sondern entweder nicht den Willen zeigte oder die Fitness fehlte.

Zu allem Überfluss verletzte sich Sead Kolasinac auch noch so schwer, dass er frühestens erst wieder in der Rückrunde eingreifen kann. Seo, wie er in Mannschaftskreisen genannt wird, ist der dritte Spieler innerhalb eines Jahres, der sich auf Schalke einen Kreuzbandriss zugezogen hat. An dieser Stelle: Gute Besserung!

Diese Verletzung hat Konsequenzen: Christian Fuchs wird sich nach der Saison ablösefrei vom FC Schalke 04 verabschieden. Ein Verkauf des Backups in diesem Sommer steht für Horst Held wohl nicht mehr im Raum. Auch Dennis Aogo weiß jetzt ganz genau, wo er gegen die Bayern und den Rest der Hinrunde auflaufen wird. In der Vorbereitung stellte Jens Keller ihn ganz gerne ins defensive Mittelfeld. Aogo gab zu Protokoll, dass er beides Spielen könne, ein ständiger Wechsel zwischen den Positionen aber wenig gut finden würde. Jetzt hat er Gewissheit: Er wird weiter in der linken Verteidigung gebraucht.

Ansonsten bleibt wenig zu sagen: Schalke spielte genauso schlecht wie Hannover. Die erste Halbzeit war wirklich hässlich. Die zweiter Halbzeit hatte Schalke zunächst gut getroffen und ging in Führung. Doch “die Verwalter” hatten mal wieder das Nachsehen: Hannover spielte zweimal schnell und dreht das Spiel innerhalb weniger Minuten. Jetzt geht es wieder los: Die Namen Keller und Tuchel finden sich in Artikeln und Kolumnen wieder ganz nah beieinander.

Schalke schafft sich mal wieder seine Komfortzone aus Druck, Unmut und Trainerdiskussionen. Kann dieser Verein wirklich nur in solchen Situationen funktionieren?

 Posted by on 25. August 2014 at 09:23
Aug 192014
 

Schalke sagt ganz früh und ganz leise Tschüss vom DFB-Pokal 2014/2015. Der kürzeste Weg zu einem Titel, zum internationalen Geschäft, ist viel zu früh zu Ende. Weil Spielpraxis eben doch nicht außer acht zu lassen ist und Dresden mit Leidenschaft, jungen Spielern und einem tollen Publikum aufspielte.

Die taktische Wahl der Dresdener waren lange Bälle. Sie überließen Schalke das Spiel und kamen immer wieder mit Spitzen gegen die wackelige Abwehr. Beide Gegentore fielen dann auch nach Fehlern der Innenverteidiger. Santana zunächst völlig übermotiviert im Strafraum, später Matip mit einem Stockfehler, nachdem Höger überlaufen wurde.

Erst mit dem Wechsel von Draxler für Meyer kam Schalke besser ins Spiel. Zwingende Chancen blieben aber Mangelware. Wenn jemand das Tor hätte treffen können, dann war es Choupo-Moting. Die erste vergab er knapp, die zweite kläglich.

Unterm Strich bleibt eine tiefe Enttäuschung und eine gute Portion Unsicherheit. Denn mit Hannover, Bayern und Gladbach hat Schalke ein alles andere als einfaches Auftaktprogramm. Jens Keller ist zudem schon vor dem ersten Spieltag wieder mächtig unter Druck.

Alles beim Alten auf Schalke.

 

 Posted by on 19. August 2014 at 07:04
Aug 182014
 

Endlich wieder Schalke! Und zwar nicht Wischi-Waschi-Testspiele, bei denen es – vor allem bei uns – eher darum geht sich nicht zu verletzen, als gut zu spielen. Deswegen hier und jetzt auch kein Wort über gestern. Es zählt das Heute: Und heute ist nun mal DFB-Pokal und wir haben es direkt mit einem Hammergegner zu tun. Dynamo Dresden ist Zweitligaabsteiger und einer der Topfavoriten auf den Wiederaufstieg. Das haben sie in den ersten Spielen direkt unter beweis gestellt. Hier sehe ich auch durchaus die Gefahr. Dresden hat vier Pflichtspiele auf dem Buckel und ist deswegen eingespielt. Schalke ist quasi noch kalt und muss jetzt in kürzester Zeit auf Betriebstemperatur.

Ich möchte euch jetzt nicht auf die alte Laier vorspielen und euch mit den Verletzungssorgen kommen, die Schalke durchaus plagen. Dafür haben wir in dieser Saison einen viel zu homogenen und breit aufgestellten Kader. Für jeden der derzeit verletzten Spieler gibt es adäquaten Ersatz. Deswegen wird es an dieser Stelle kein Gejammere geben.

Ich weiß nicht, wie es mit euch ist, aber ich freue mich auf die Saison. Mein Saisonziel ist ziemlich klar definiert: Die Bayern ärgern und die Zecken schlagen. Dazu international an Ansehen gewinnen.

Ich wünsche uns extrem viel Spaß beim Leiden, jubeln, meckern und feiern!

 Posted by on 18. August 2014 at 07:04
Mai 122014
 

Schalke gewinnt gegen Nürnberg, schickt den Club damit in die zweite Liga und sichert sich gleichzeitig den direkten Einzug in die Champions League. Bei aller Sympathie für den Verein aus dem Frankenland: Die Niederlage – und im Endeffekt auch der Abstieg – ist verdient.

Schalke hatte von Beginn an keine Gnade mit dem FCN, denn man Zwang den Gästen das Spiel von der ersten Minute an auf und hatte das Glück, schon in den Anfangsminuten die Weichen auf Sieg zu stellen.

Herausragender Spieler bei einer insgesamt guten Mannschaftsleistung: Leon Goretzka, der sich durch die Nominierung in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft offensichtlich noch einmal ein Stück Extramotivation einverleibt hat. Neben Goretzka wussten aber auch Draxler und Meyer zu überzeugen.

Vom Spieltag bleibt die Irritationen Rund um Jens Keller und Thomas Tuchel. Irgendwie ein bisschen schade, doch wirklich äußern will ich mich dazu (noch) nicht.

Jetzt ist die Zeit, diese Saison, die Mannschaft und den Trainer zu feiern.

 Posted by on 12. Mai 2014 at 12:36
Mai 052014
 

Leverkusen und Nürnberg bescherten uns am Samstag schon in Co-Produktion ein doofes Endspiel nächste Woche, in dem es für uns um die direkte CL Quali geht, und für Nürnberg ums nackte Überleben in der ersten Liga. Einen Tag später, am Sonntag und dem 110. Geburtstag des FC Gelsenkirchen-Schalke 1904 eV gab es, bis auf eher wenige Ausnahmen, eher positive Nachrichten zu vermelden.

Dass es nicht so hitzig zuging wie im letzten Jahr lag nicht nur an den deutlich tieferen Temperaturen (im Innenraum hats sogar gezogen wie Hechtsuppe), sondern schlicht auch daran, dass es einfach keine (großen) Aufreger wie im letzten Jahr mit viagogo gab. Auch wenn es im Vorfeld einige Schlagabtäusche zwischen Verein und der Organisation SchalkeVereint gab – offenbar, so die Darstellung, wurde hier bei den Kritikpunkten (insbesondere Anträge auf Satzungsänderungen) einfach mal der konstruktive Dialog gesucht und anschließend die Anträge zurückgezogen. Möglicherweise hatte der Verein auch keine Lust auf Pfiffe und 20 Redebeiträge zu diesen Änderungen, auf mich wirkt es jedoch erfreulicherweise so als werde auf Schalke wieder mehr miteinander statt gegeneinander gesprochen.

Was man in jedem Fall mitnehmen kann ist: Schalke lebt. Nicht, weil jede Entscheidung (man könnte meinen, aus Prinzip) direkt heftigsten Gegenwind mit einer eigenen Fanorganisation bekommt, nein, die Schalker Mitglieder haben ein sehr gutes Gespür für Demokratie. Einer der “größeren” Aufreger, die es abgemildert noch auf die JHV geschafft haben, betraf die Wahl des Wahlausschusses. Der Wahlausschuss, das als Info für alle, die sich mit der Schalker Satzung bisher nicht genauer befassten, befindet über die “Tauglichkeit” von Kandidaten für den Aufsichtsrat; nur vom Wahlausschuss abgesegnete Kandidaten können von den Mitgliedern in den Aufsichtsrat gewählt werden. Der SFCV (als Tochtergesellschaft des S04) stellte einige seiner Mitglieder für die Wahl zum Wahlausschuss. Diese wurden auch noch auf der Schalker Vereinswebseite per Video vorgestellt und zusätzlich eine Wahlempfehlung ausgesprochen, doch bitte eben jene Kandidaten zu wählen. Nicht nur, dass die anderen Kandidaten damit deutlich benachteilt wurden, vielmehr hätte es im schlimmsten Fall zu folgendem Szenario kommen können: Der Wahlausschuss, mit mehrheitlichen Mitgliedern des SFCV, also Angestellten des FC Schalke 04, wählt Kandidaten für das Kontrollgremium des FC Schalke 04 aus. Auch wenn man vom guten Willen jedes Einzelnen dort ausgeht, von Neutralität und Unabhängigkeit kann dann definitiv keine Rede mehr sein.

Ergebnis dieser Aktion: Aus diesen Kandidaten schaffte es nur einer in den siebenköpfigen Wahlausschuss,  der ehemalige Präsident Michael Zylka (hatte 1988 eine Amtszeit von ganzen 3 Tagen). Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Mitglieder sich zum einen nicht vorschreiben lassen, wen Sie zu wählen haben, andererseits aber auch ein gutes Gefühl dafür besitzen, dass in so einem Gremium eben Unabhängigkeit extrem wichtig ist. Dieses Verständnis der Satzung, das Gespür dafür, wer hier was zu sagen haben sollte, und das teilweise sehr knappe Ergebnis (Platz 7 und 8 trennten 10 Stimmen), freut mich nicht nur, es macht mich sogar richtig Stolz. Wir sind eben doch nicht alles Idioten :)

Ein weiterer Unangenehmer Punkt kam gegen Ende zur Sprache, die Nachbereitung des Polizeieinsatzes in der Nordkurve während des Spiels gegen PAOK Saloniki. Hier wurde insbesondere die fehlende Unterstützung des Vereins gegenüber den durch diesen Einsatz zu Schaden gekommenen vorgeworfen. Auch wenn Herr Peters darauf verwies, er hätte die Kritik am Einsatz niemals zurückgenommen, sondern bleibe gegenüber der Polizei und dem Innenministerium weiterhin bei seinem Standpunkt, dass der Einsatz so nicht notwendig war: es bleibt der Nachgeschmack, dass hier doch leider den “Drohungen” der Polizei nachgegeben wurde. Echter Kampf und Verständnis für die Betroffenen hört sich anders an.

 

Kommen wir nun jedoch zu den glücklicherweise deutlich überwiegenden erfreulichen Themen:

- Unser Co-Autor Thomas Wings wurde für 25 Jahre Knechtschaft Mitgliedschaft auf Schalke geehrt. Alter Sack! Glückwunsch!

- Ralf Fährmann ist Schalker und bleibt Schalker. Die Vertragsverlängerung war laut Heldt die einfachste, die er je erlebte.

- Die Veltins Arena wird nicht zur Merkur Spielothekenquatschkram Arena oder sonst irgendwas, sondern bleibt die Veltins Arena. Dafür gab’s Streicheleinheiten für Jobst; er wird sich nach viagogo aber auch bewusst sein, wie schmal der Grat zwischen “wir brauchen jedes Geld!” und “wir verkaufen unsere Seele nicht!” ist.

- Knappenschmiede ist toll, weil U19 ist toll, weil Elgert hat verlängert und ist Trainer des Jahres, weil U19 so toll ist. Sehr viel Lobhudelei für die Knappenschmiede im Allgemeinen, die sich das aber mal richtig verdient hat. Glückwunsch an den erneuten Westdeutschen Meister, liebe U19!

 

Die Wahl der beiden Aufsichtsräte Langhorst und Hefer war bei den ganzen Wohlfühlmeldungen später dann doch irgendwie nur noch eine Nebensache. Leider auch die Ehrungen und das Gedenken verstorbener Mitglieder, denn im Innenraum hatte sich rumgesprochen, dass schon die begehrten “Vor-Vorverkaufsrubbellose” ausgegeben wurden, mit denen auch dieses Jahr wieder einige Leute auf die Versammlung gelockt werden sollten. Blitzschnell leerte sich auch der Rest der Arena, trotz ausgerufenen Freibiers nach dem Singen des Vereinslieds zum Abschluss.

Na gut, zu diesem Zeitpunkt war es ca 19:20, viele, wie ich auch, waren seit 10 Uhr vor Ort, da darf man auch schon mal wieder nach Hause wollen. Schön, dass es nicht wieder so lang dauerte wie letztes Jahr, da wurd’s schon wieder dunkel draußen, trotz Hochsommer.

 

Einen hab ich noch: Am Donnerstag, den 8.5., gibt es, als kleine Extra-Ausgabe bevor wir nächste Saison wieder voll durchstarten, noch einmal einen 19Uhr4 Hangout zum Spiel gegen Nürnberg. Viel Spaß dabei!

Mai 052014
 

Schalke findet mit dem Sieg in Freiburg wieder in die Spur. Das ist eine wirklich gute Nachricht. Hätte es die dritte Niederlage in Folge gegeben, Schalke stünde nicht mehr auf dem so heiß begehrten dritten Tabellenplatz, denn Leverkusen hat mit dem Trainerwechsel tatsächlich die Trendwende geschafft und bleibt weiter dran.

Für Schalke geht es damit am kommenden Samstag in ein wirklich blödes Endspiel. Denn die Freunde aus Franken sind zu Gast und brauchen am besten ein königblaues Wunder, um die Klasse noch über die Relegation zu halten. Alles andere als ein Sieg bedeutet für Nürnberg im Normalfall den direkten Abstieg. Das finde ich – gelinde gesagt – scheiße, denn auch Schalke kann das Spiel nicht so einfach abschenken. Ein Punkt muss sein, wenn man nicht auf den SV Werder Bremen angewiesen sein will. Und mal ganz ehrlich: Wer will das schon?

Die Leistung von Freiburg sollte für die Nürnberger allerdings mehr als locker reichen. Schalke war von Beginn an im Spiel, erarbeitete sich Chancen und ging verdient in Führung. Erst danach nahm auch Freiburg am Spiel teil, doch Schalke behielt das Zepter stets in der Hand.

Weitere Highlights waren das 0:2 vom Hunter, das Comeback von Mr. Taliban, Marco Höger, und die ersten Einsatzminuten von “Neuzugang” Jan Kirchhoff, der allerdings nur wegen der Unbeherrschtheit von Felipe Santana ins Spiel kam. Dieser holte sich innerhalb weniger Minuten die Ampelkarte. Dämlich.

Was bleibt ist die Erwartung auf einen unbefriedigenden letzten Spieltag. Vergeigen wir die direkte CL-Quali und Nürnberg schafft durch den Sieg nicht mal den Klassenerhalt, wird es ganz ganz böse. Alle anderen Szenarien hinterlassen mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

 Posted by on 5. Mai 2014 at 07:30
Apr 282014
 

0:1 unterliegt Schalke zu Hause dem VfL Borussia Mönchengladbach und verliert damit zum erste mal seid dem 10. Spieltag wieder ein Heimspiel in der Bundesliga.

War es zunächst noch eine ausgeglichene, wenn auch langsame und zerfahrene Partie konnte sich Gladbach nach Herrmanns Treffer relativ früh auf das Verteidigen und Kontern konzentrieren, und Schalke damit genau das Spiel aufdrücken, was Schalke weiterhin am wenigsten beherrscht: Gegen einen tiefstehenden Gegner das Spiel machen. So erinnerte die zweite Halbzeit an die letzten Spiele von Chelsea die ich sah, ganz ganz wenig Raum, viele Querpässe und nahezu keine Abschlüsse.

Auch wenn man hier die exzellente Defensivleistung Gladbachs anerkennen muss, Schalke brachte sich durch ungewöhnlich viele individuelle Fehler, wie Fehlpässe, selbst immer wieder aus dem Spiel. Bezeichnend, dass gerade Kaan Ayhan, zu dessen Stärken eigentlich der Spielaufbau gehört, in der Schlussphase gleich zwei recht einfache Bälle hintereinander punktgenau in des Gegners Fuß spielte.

 

Schalke spielt also wieder erwartungsgemäß schwach wenn sich die Bundesliga dem Ende neigt, wie Torsten Wieland letzte Woche erst aufzeigte. Die Konsequenz ist nun: Schalke muss in den letzten beiden Spielen noch 4 Punkte holen um ohne Leverkusener Versagen den dritten Platz zu verteidigen, weitere Niederlagen sind also nicht mehr drin.

Und das, ärgert mich beinahe noch mehr für den FCN als für Schalke.